Buch-Kritik: Hilary Norman: Tödlicher Zweifel
VON BETTINA SCHWOCH - zuletzt aktualisiert: 28.07.2005 - 11:46Der amerikanische Architekt Matthew Gardner glaubt, die Liebe seines Lebens gefunden zu haben, als er die Engländerin Caroline Walters kennen lernt. Für ihn ist es kein Problem, dass seine künftige Frau drei Kinder mit in die Ehe bringt. Nach der Hochzeit lässt er sich umgehend von Berlin nach London versetzen. Doch als der junge Mann Carolines Haus betritt, kommen ihm große Zweifel.
Von Harmonie und Miteinander scheint die neu zusammengewürfelte Familie weit entfernt zu sein. Flic und Imogen - Carolines ältere Töchter - begegnen ihrem Stiefvater hinter dem Rücken der Mutter mit Ablehnung, Hass und Feindseligkeit. Lediglich das jüngste Kind, Cloe, scheint Matthew zu akzeptieren.
Nach und nach gelingt es den Mädchen, einen Keil zwischen Caroline und Matthew zu treiben. Caroline weiß nicht mehr, wem sie glauben soll - ihren Kindern oder ihrem Ehemann. Flic gelingt es sogar durch eine vorgetäuschte Erkältung, ihre Mutter ans Haus zu fesseln, so dass Matthew alleine zu einem Golfwochenende fahren muss. Aber vor Ende der Reise erreicht den Ehemann eine entsetzliche Nachricht: Caroline ist bei einem Sturz von ihrem Balkon ums Leben gekommen. Matthew eilt sofort nach Hause, um den Mädchen und seiner Schwiegermutter beizustehen. Hat Matthew jetzt eine Chance bei den Mädchen?
Aus einer normalen Begegnung mit Liebe und Hochzeit hat die britische Autorin Hilary Norman in "Tödlicher Zweifel" einen mörderischen Thriller gemacht. Erst nach und nach ist erkennbar, welches kriminelle Potenzial die jungen Mädchen entwickeln, um den ungeliebten Stiefvater loswerden zu können. Der Tod der Mutter ist so unvorhersehbar wie ungewöhnlich. Ein wenig Straffung hätte "Tödlicher Zweifel" aber sicherlich gut getan, und das Ende weckt Unverständnis. Der Thriller ist auf jeden Fall spannend.
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