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Tradition anglo-indischer Literatur weiterentwickelt: Indische Autorin Kiran Desai gewinnt Booker-Preis

zuletzt aktualisiert: 11.10.2006 - 08:26

London (rpo). Der wichtigste britische Literaturpreis geht in diesem Jahr an die Inderin Kiran Desai. In ihrem mit dem Booker-Price ausgezeichneten Roman "Erbin des verlorenen Landes" geht es um eine Familiensaga, die sich vom indischen Himalaya bis nach New York erstreckt. Laut Aussage der Jury habe Desai die Tradition anglo-indischer Literatur weiterentwickelt.

Für ihren Roman "The Inheritance of Loss" ist die indische Schriftstellerin Kiran Desai mit dem diesjährigen Booker-Preis ausgezeichnet worden. Der begehrteste britische Literaturpreis wurde der Tochter der Schriftstellerin Anita Desai am Dienstagabend in London zuerkannt.

Die 1971 geborene Kiran Desai zählte schon seit geraumer Zeit zu den Favoriten für den mit 50.000 Pfund (74.000 Euro) dotierten Booker-Preis, für den ihre Mutter drei Mal nominiert wurde. In ihrer Ansprache betonte die neue Preisträgerin denn auch, sie verdanke ihrer Mutter so viel, dass die Auszeichnung aus ihrer Sicht beiden gelte. Der Roman sei in der Gegenwart und unter den gütigen Augen ihrer Mutter geschrieben worden.

Die Juroren würdigten das prämierte Buch als "großartigen Roman von menschlicher Breite und Weisheit, amüsanter Einfühlsamkeit und eindrucksvoller politischer Beobachtungsgabe". Kiran Desai sei sich ihrer anglo-indischen Wurzeln voll bewusst, leiste aber gleichzeitig Pionierarbeit. Sie stehe zwar in der Tradition von Autoren wie V.S. Naipaul, R.K. Narayan und Salman Rushdie, doch habe sie von diesem Ausgangspunkt aus einen völlig neuen Stil entwickelt.

Die 35-Jährige ist die bislang jüngste weibliche Gewinnerin des Booker-Preises. Kiran Desai verbrachte ihre Schul- und Studienzeit in Indien, England und den Vereinigten Staaten, was ihr eine kulturell sehr breite Ausbildung ermöglichte. 1998 veröffentlichte sie ihren ersten Roman "Hullabaloo in the Guava Orchard".

Quelle: ap

 
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