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Buchmesse
Iran kommt wegen Salman Rushdie nicht zur Buchmesse

Iran kommt wegen Salman Rushdie nicht zur Buchmesse
FOTO: dpa, kde
Frankfurt/Main. Politische Konflikte prägen den Auftakt der Buchmesse. Der Iran sagt seinen Aufrtitt auf der Messe ab. Grund: Der Aufruf des Autors Salman Rushdie zum weltweiten Kampf für die Meinungsfreiheit.

Freiheit ist nicht möglich ohne die Freiheit des Wortes: Bücher leisteten einen zentralen Beitrag, in einer "Welt in Aufruhr" Frieden zu stiften, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, am Dienstag bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. "Die Meinungs- und Publikationsfreiheit sind keine verhandelbaren Werte, denn sie sind die Grundlage einer freien, demokratischen Gesellschaft."

Von Mittwoch an zeigen mehr als 7000 Aussteller aus über 100 Ländern Bücher und andere Produkte. Bis zum Sonntag werden bis zu 300 000 Besucher und 10 000 Journalisten erwartet. Ehrengast in diesem Jahr ist Indonesien. Der Gastlandauftritt steht unter dem Motto "17 000 Inseln der Imagination". Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU)
sagte, Indonesiens Geschichte nähre die Hoffnung, "dass die demokratischen Kräfte auch weiterhin stärker sind als die Kräfte des islamischen Fundamentalismus". Indonesien ist das größte muslimische Land der Welt mit einem traditionell toleranten Islam.

Meterhohe Laternen umgrenzen im Gastland-Pavillon sieben Inseln, die für die 17 000 Inseln des indonesischen Archipels stehen. Es ist ein poetischer Auftritt, der die Magie des Landes mit seinen 250 Millionen Menschen und 400 Sprachen einfängt. Je nach Thema sind die Laternen mit Landschaften bemalt, mit grellen Comics und mit Worten von indonesischen Dichtern verziert - oder verschwimmen im Blau der Wellen, die mit ihrem Licht die sieben Inseln umspülen.

Bei der Eröffnungspressekonferenz am Vormittag rief der vom Tode bedrohte Autor Salman Rushdie zum weltweiten Kampf für die Meinungsfreiheit auf. Sie sei nicht nur durch religiöse Intoleranz bedroht, sondern auch durch falsch verstandenen Liberalismus. "Die Freiheit des Wortes ist ein universelles Recht der Menschheit. Ohne diese Freiheit muss jede andere Freiheit scheitern." Rushdie war 1989 mit einer "Fatwa" belegt worden, die bis heute nicht aufgehoben ist.

Aus Protest gegen den als antiislamisch empfundenen Autor hatte der Iran seine Messe-Teilnahme abgesagt. Das habe ihn "sehr enttäuscht", sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos. "Aber die Freiheit des Wortes ist nicht verhandelbar." Einige iranische Verleger und Autoren sind trotz der staatlichen Absage nach Frankfurt gekommen.

Der deutsche Buchhandel sieht sich trotz eines leichten Umsatzrückgangs auf einem guten Weg. Bis Ende September sanken die Umsätze im Buchmarkt zwar um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Dies sage über die Marktentwicklung aber nicht viel aus, betonte Riethmüller. Dem deutschen Buchmarkt gehe es gut. Das Ergebnis vorausgegangener Jahre sei geprägt gewesen von einzelnen, besonders starken Titeln wie "Fifty Shades of Grey".

2014 lag der Umsatz auf dem deutschen Buchmarkt bei etwa 9,32 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Bücher in Deutschland gehen indes zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Für Bücher - vom Roman bis zum Lehrbuch - gaben die Haushalte 2013 nur noch 132 Euro aus - zehn Jahre zuvor waren es noch 168 Euro.

 

(dpa)
 
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