Buch-Kritik: Jilliane Hoffman: Morpheus
VON BETTINA SCHWOCH - zuletzt aktualisiert: 29.12.2005 - 10:09Bereits drei Jahre sitzt der Serienmörder William Rupert Bantling alias "Cupido" hinter Gittern, als wieder ein grausamer Killer die Stadt Miami in Angst und Schrecken versetzt. Seine Opfer sind ausnahmslos Polizisten, die in den damaligen "Cupido"-Fall verwickelt waren. Dies wird der Staatsanwältin C. J. Townsend schnell klar, deren Leben mit der neuen Mordserie völlig aus den Fugen gerät.
Eben Townsend war es, die Bantling damals in die Todeszelle brachte, obwohl er die ihm vorgeworfenen Frauenmorde gar nicht begangen hat. Die Anklägerin versucht, sich der Situation zu entziehen und geht sogar zu ihrem Verlobten Dominick Falconetti, dem führenden Ermittler in der aktuellen Mordserie, auf Distanz.
Zusammen mit seinen Kollegen will Falconetti den so genannten "Morpheus"-Mörder möglichst schnell zur Strecke bringen. Aber ihre Spuren verlaufen im Sande. Dann gerät der Ermittler auch noch wegen eines tätlichen Angriffs gegen Bantling ins Visier der internen Aufsicht und muss sich vor Gericht verantworten. Derweil versucht C. J. ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und sucht "Cupidos" ehemalige Verteidigerin auf. Die Staatsanwältin ist fest davon überzeugt, dass Bantling - auch wenn er in der Todeszelle sitzt - hinter den Polizistenmorden steckt.
Mit ihrem neuen Thriller "Morpheus" hat sich die amerikanische Autorin Jilliane Hofmann keinen Gefallen getan. Der Geschichte fehlt der psychologische Kitzel, der den Vorgängerkrimi "Cupido" so prägt. Ohne Vorkenntnisse sind viele Passagen des Buches schwer nachvollziehbar. Die juristischen Details und die Querelen zwischen den einzelnen Ermittlungsabteilungen und dem FBI rauben "Morpheus" immer wieder die Spannung. Auch ist die Protagonistin nicht wirklich in ihren Handlungen überzeugend. Besonders subtil ist das Ende des Thrillers, das eine weitere Fortsetzung indirekt ankündigt.
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