Gastland stellt Programm vor: Korea bringt 60 Autoren zur Buchmesse mit
zuletzt aktualisiert: 13.06.2005 - 14:05Frankfurt (rpo). Mit mehr als 60 Schriftstellern wird Korea als neues Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober am Main vertreten sein. Die kulturellen Beziehungen des asiatischen Staates zu Deutschland sollen ausgeweitet werden. Freilich gilt dies nur für Südkorea, Nordkorea hatte die Teilnahme an der Veranstaltung ohne inhaltliche Begründung abgesagt.
Trotzdem werde das Thema Nordkorea einen angemessenen Raum einnehmen, betonte der neue Buchmesse-Direktor Jürgen Boos. Er äußerte sein Bedauern darüber, dass die nordkoreanische Regierung die Teilnahme an der Präsentation abgelehnt habe.
Der Präsident des koreanischen Organisationskomitees, Kim Uchang, erklärte, man wolle die kulturellen Beziehungen zu Deutschland künftig aktiver gestalten als bisher. "Unsere deutschen Freunde sind immer wieder überrascht, wie viel deutsche Kultur in Korea bekannt ist - vor allem ihre Musik, Philosophie, Dichtung und Ihre Erziehungstheorien", sagte Kim in Frankfurt am Main. Leider sei dies immer eine sehr einseitige Beziehung gewesen. Es sei schade, dass weit mehr ausländische Bücher nach Korea importiert als koreanische Bücher ins Ausland exportiert würden, erklärte Kim, der von einer "kulturellen Einbahnstraße" sprach.
Boos sagte: "Der Auftritt Koreas kommt sicher eher zu spät als zu früh." In Deutschland sei kaum etwas über das Land bekannt. Es sei kein Deutsch-Koreanisches Wörterbuch in einem deutschen Verlag erhältlich, und es gebe keinen aktuellen deutschsprachigen Korea-Reiseführer. Dies sei umso bedauerlicher, als im Gegenzug Korea neben China seit Jahren wichtigster Abnehmer deutscher Übersetzungslizenzen sei.
Das Gastland will seine Kultur in einer 2.000 Quadratmeter großen Halle zeigen. Unter anderem soll die Geschichte des Buchdrucks vorgestellt werden: In Korea wurden im Jahr 1234 zum ersten Mal auf der Welt Bücher per Metalldruckverfahren hergestellt. Außerdem soll an einer Fotowand über 15 wichtige koreanische Autoren und ihre Werke informiert werden.
Zu den koreanischen Schriftstellern, die nach Frankfurt kommen werden, gehören auch KO Un und YI Munyol, die seit Jahren zu den Anwärtern auf den Literatur-Nobelpreis gehören. Geplant sind Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen auch abseits der Literatur: So wird im Frankfurter Grüneburgpark ein 4.800 Quadratmeter großer "Koreanischer Garten" mit Teich und Pavillon angelegt.
Die Frankfurter Buchmesse findet in diesem Jahr vom 19. bis zum 23. Oktober statt.
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