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„Der Club“
Bei Takis Würger ist das Leben ein Kampf

„Der Club“: Bei Takis Würger ist das Leben ein Kampf
Akis Würger: „Der Club“, Kein & Aber, 240 Seiten, 22 Euro FOTO: verlag
Cambridge. Hans Stichler heißt der Held in diesem Roman, und für diesen Hans Stichler scheint das Leben ein Kampf. Sein Vater wird von einem Zementlastwagen erfasst, die Mutter findet er ein halbes Jahr später im Garten liegend - Krebs. Hans ist 15 Jahre, aus der niedersächsischen Provinz und ihm bleibt nichts, außer einer verhaltensauffälligen Tante in Cambridge und einem Paar Boxhandschuhe. Von Klas Libuda

"Der Club" heißt das gerade erst erschienene Debüt von Takis Würger, und toll daran ist, dass man sein Buch als Milieustudie, Entwicklungs- und Kriminalroman lesen kann. Der Autor hat es in zumeist kurzen Sätzen verfasst, rasend schnell geht die Lektüre: Hans kommt aufs Internat, ein Pater lehrt ihn dort, drei harte Rechte zu schlagen, seine Tante holt ihn schließlich zu sich, er geht auf die Elite-Uni von Cambridge. Sie schleust ihn in den Geheimbund Pitt Club ein, er soll dort ein Verbrechen aufklären. Hans ist nun Privatermittler.

Dieses Zackzack kann zuweilen nerven, andererseits entwickelt es auf gerade mal 240 Seiten einen Sog. Wie Nick Hornby erzählt Würger aus den wechselnden Perspektiven seiner Figuren, und allen voran der Schnösel Josh, der kein Brot isst ("Weizenpampe") und Gesichtscreme aufträgt, erinnert an einen nahen Verwandten von Patrick Bateman aus "American Psycho".

Immer weiter steigt Hans Stichler hinab in die Abgründe des Clubs, und Stück für Stück kommt er den dortigen Verbrechen - Sexualdelikten - auf die Spur. Auch seine Tante spielt in diesen Fällen eine Rolle, Hans Stichlers Geliebte Charlotte sowieso, und wir wollen nicht zu viel verraten, aber das Ende ist unerbittlich.

Quelle: RP
 
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