“Die Freiheit führt das Volk” von Eugene Delacroix zeigt die so genannte "Julirevolution". Dieses düstere Bild hat auch andere Künstler stark inspiriert. Das erfolgreiche Musical "Les Miserables" nutzte es als Vorlage.
So sieht “Die Freiheit führt das Volk” heute aus. Statt alter Gebäude stehen im Hintergrund moderne Wolkenkratzer. Auch der aufgestapelte Schutt ist mehr aus der Gegenwart.
So interpretierte Jacques-Louis David im 18. Jahrhundert den "Tod des Marat". Jean Paul Marat gehörte zu den radikalsten Führern der französischen Revolution. 1793 wurde er von der Girondistin Charlotte Corday erstochen.
Das Schicksal Marats wird auf dem Bild der Gegenwart doch deutlich unblutiger dargestellt. Auch wirkt der Erstochene deutlich jünger.
Im 18. Jahrhundert malte Sebastiano Ricci den Göttervater Zeus. Dieser verführte die Antiope im Schlaf.
In der Interpretation ist der alte Mann durch einen deutlich jüngeren ersetzt worden. Nur eine Perücke und ein künstlicher Bart lassen ihn alt aussehen. Das Kind von Antiope könnte auch eine Puppe sein.
"Morgentoilette" heißt das Original von Christoffer Wilhelm Eckersberg. Es soll Dekadenz und Sinnesfreude zum Ausdruck bringen.
Die Dekadenz bekommt bei der Neuinterpretation eine vollkommen neue Bedeutung. Die junge Dame trägt das am Hinterteil, was man im Volksmund auch als "Arschgeweih" bezeichnet.
Und hier kommt noch ein Klassiker: Rembrandts "Geldwechsler" stammt aus dem Jahr 1627. Die Darstellung der verdeckten Kerze, die dennoch das Licht des älteren Mannes anleuchtet, gilt unter Kennern als genialer Kunstgriff.
Der "Geldwechsler" von heute ist offenbar einer ordentlichen Verjüngungskur unterzogen worden.
Im 17. Jahrhundert setzte Eustache le Sueur die Sagengestalten Klio, Euterpe und Thalia in Szene.
Die Musen der Neuinterpretation sitzen nicht mehr in der freien Natur. Stattdessen haben sie eine Theaterkulisse im Rücken und Teppich unter den Füßen.