Leser können den Schmerz und Leid mitempfinden: Mankell lässt seine Romanfiguren gerne leiden
zuletzt aktualisiert: 26.03.2004 - 12:23Wien (rpo). Mit Schmerz und Leid müssen die Romanfiguren von Henning Mankell immer wieder klar kommen. Darin sieht der schwedische Bestseller-Auto auch das Geheimnis des Erfolges seiner Bücher.
"Ich glaube, einer der Gründe, warum meine Figuren so populär wurden, ist, dass sich die Leute mit ihren Leiden identifizieren können", sagte der Schöpfer des auch in Deutschland sehr beliebten Kriminalkommissars Kurt Wallander am Rande der Vorab-Premiere der ARD-Verfilmung seines Romans "Die Rückkehr des Tanzlehrers" in Wien.
"Nicht nur ich selbst, jeder muss oft Kummer ertragen", betonte der Schriftsteller. "Das ist der Sinn des Lebens, mit Schmerz und Leid fertig zu werden." Besonders viel Resonanz von seinen Lesern habe er erfahren, als er seinen bereits von der Verrohung der schwedischen Gesellschaft und persönlicher Einsamkeit geplagten Helden Wallander in einem Roman auch noch an Diabetes erkranken ließ, berichtete Mankell. Es freue ihn am meisten, wenn Leser sagten, sie würden in die Welt seiner Romane regelrecht hineingezogen. "Das ist dann der Triumph eines Autors."
In "Die Rückkehr des Tanzlehrers" erkrankt seine neue Kommissarfigur Stefan Lindman an Zungenkrebs. In dem ab Gründonnerstag ausgestrahlten von ARD und ORF produzierten Zweiteiler spielt Tobias Moretti den Ermittler. Einen seiner Gegenspieler spielt Maximilian Schell, der als jüdischer Emigrant nach einem halben Jahrhundert blutige Rache an einem schwedischen SS-Mann nimmt.
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