Spurensuche: Neue Bücher zu Thomas Manns Leben und Werk
zuletzt aktualisiert: 12.08.2005 - 07:00Berlin (rpo). Es wurde über keinen deutschen Schriftsteller außer Johann Wolfgang von Goethe so viel geschrieben wie über Thomas Mann (1875-1955). Zu seinem Leben und Werk gibt es auch im Jahr seines 50. Todestages wieder eine Reihe von Neuerscheinungen:
Zwölf Sonderlinge aus dem gesamten erzählerischen Werk Thomas Manns sind in dem Buch "Das Randfigurenkabinett des Dr. Mann" von Barbara Hoffmeister zusammengestellt. Diese skurrilen Nebendarsteller in Thomas Manns Werken hat Robert Gernhardt gezeichnet. (S. Fischer Verlag, 17,90 Euro)
Auf die Spuren des jungen Hans Castorp in Danzig begibt sich der Roman "Castorp" von Pawel Huelle. Als Castorp die Reise nach Davos auf den "Zauberberg" antrat, hatte er laut Thomas Mann vier Semester Studienzeit am Danziger Polytechnikum hinter sich. Diese Zeit verwebt Huelle zu einem spannenden Roman. In Zoppot fand Castorp nicht nur seine Lieblingszigarre Maria Mancini, sondern auch eine Polin, die ihn faszinierte. (Aus dem Polnischen; Verlag C.H. Beck, 17,90 Euro)
Eine neue Doppelbiografie von Helmut Koopmann spürt der lebenslangen Rivalität der Literatur-Superstars des 20. Jahrhunderts, Thomas und Heinrich Mann, nach. Zum 130. Geburtstag von Thomas Mann am 6. Juni erschien "Thomas Mann - Heinrich Mann. Die ungleichen Brüder". Koopmann weist den Konkurrenzkampf der Brüder anhand ihrer Werke nach. "Kaum ein Roman ist frei von dem spannungsreichen Konflikt der Brüder", schreibt er. (Verlag C.H. Beck; 540 Seiten mit zehn Abbildungen, 29,90 Euro)
Selbst die Schwiegermutter Thomas Manns wurde jetzt zum Mittelpunkt einer Biografie. Das Gelehrtenpaar Walter und Inge Jens, das die erste fundierte Katia-Mann-Biografie veröffentlicht hatte, porträtierte nun Hedwig Pringsheim, "Katias Mutter". Vor ihrer Ironie war selbst der große Dichter, den sie stets ihren "Schwiegertommy" nannte, nicht sicher. (Rowohlt Verlag, 19.90 Euro)
Das Buch "Zauber des Letzten" von Rüdiger Görner beschreibt ein Motiv, das Leben und Werk Thomas Manns wie kaum ein anderes bestimmt: Abendstimmungen, Todessehnsüchte, gesellschaftliche oder persönlich-familiäre Verfallsphänomene. Von den "Buddenbrooks" bis zum "Felix Krull" teilt sich diese Faszination dem Leser mit. Görner widmet sich in seinem Thomas-Mann-Buch wesentlichen Aspekten des Themas und verfolgt es durch alle Werkteile und Lebensstationen. (Verlag Artemis & Winkler, 24,90 Euro)
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