Buch-Kritik: Nicolas Kublicki: Das Monopol
VON BETTINA SCHWOCH - zuletzt aktualisiert: 21.04.2005 - 11:49Patrick Carlton ist Staatsanwaltschaft im US-Justizministerium und Spezialist für Kartellrecht. Monatelange Arbeit steckt in dem Fall über Preisabsprachen im Stahlhandel, der kurz vor der Anklage steht. Umso weniger kann er verstehen, dass ihm sein Vorgesetzter den Fall so plötzlich wegnimmt und ihn mit der Klage einer kleinen Diamantenmine betraut. Und warum ist seinem Chef ein außergerichtlicher Vergleich so wichtig?
Die Vorgehensweise geht dem jungen Staatsanwalt gegen den Strich. Umso erstaunter ist er, als ihn ein Anruf einer renommierten Anwaltskanzlei aus New York erreicht: Sie ist bereit, seine vollkommen überzogene Vergleichsforderung von 20 Millionen Dollar zu akzeptieren. Carlton geht der Angelegenheit nach.
Dabei findet er heraus, dass die New Yorker nicht nur die Betreiber der Mine vertreten, sondern auch den weltgrößten Diamantenhändler der Welt. Die südafrikanische Firma Waterboer steht nach Carltons Recherchen für Korruption, Mord und weitere schwerwiegende kriminelle Delikte. Die Südafrikaner dürfen zudem nach dem US-Kartellgesetz keinen Diamantenhandel in den USA betreiben.
Patricks Vorgehen bleibt nicht unentdeckt und bald müssen er und auch seine Kollegin Erika um ihr Leben fürchten. Eine Hetzjagd in Begleitung des CIA rund um den Kontinent mit Stationen in Russland und dem Vatikan beginnt. Jeder, von den Geheimdiensten bis zur Mafia, hat seine Finger im Spiel.
Nicolas Kublicki ist mit seinem Debütroman "Das Monopol" ein hochspannender und sachkundiger Thriller rund um die Macht der Diamanten gelungen. Der Amerikaner spannt seinen Plot von den russischen und amerikanischen Geheimdiensten, über die russische und italienische Mafia bis in die heiligen Hallen der katholischen Kirche. Kublicki macht deutlich, wie viel Blut, Macht und Korruption mit dem Geschäft rund um die Edelsteine verbunden ist. Wenn der Autor auch manchmal etwas zu dick aufträgt und mit zu ausführlichen Beschreibungen langweilt, ist das Erstlingswerk dennoch sehr unterhaltsam.
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