Penelope Williamson: Im Dunkel der Tod
VON BETTINA SCHWOCH - zuletzt aktualisiert: 03.02.2005 - 11:21In einer kühlen Herbstnacht im Jahr 1927 wird in einer alten verlassenen Fabrikhalle in New Orleans der stadtbekannte und beliebte Priester Father Patrick gekreuzigt. Detektiv Daman Rourke und sein Partner nehmen die Ermittlungen auf. Im Leichenschauhaus erhalten sie die Nachricht, dass der Priester eigentlich eine Frau war.
Die Ereignisse überschlagen sich. Denn die Polizisten müssen sich zur gleichen Zeit noch mit dem Verschwinden und dem Mord an zwei jungen Mädchen befassen, die dem Fanclub des berühmten Stummfilmstars Remy Lelourie angehörten. Die Schauspielerin, die eine Liebesbeziehung zu Rourke unterhält, wird zudem von einem Unbekannten, der sich "Romeo" nennt, verfolgt und bedroht. Daman arbeitet auf Hochtouren. Er stellt eine Verbindung zwischen dem Mord an Father Pat und seinem eigenen Bruder Paul her, da Paul etwas Schwerwiegendes zu verbergen scheint.
Obwohl die Ermittler nichts unversucht lassen, schlägt der Mädchenmörder wieder zu. Daman ist am Boden zerstört und muss auch noch um sein und Remys Leben fürchten. Sollte es einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Priesters und den jungen Fans geben? Und wer tyrannisiert den Stummfilmstar? Ohne Rücksicht auf alle Beteiligten nimmt der Detektiv die größte Herausforderung in seiner Karriere an und deckt Erschreckendes auf.
In ihrem zweiten Fall um Daman Rourke und Remy Lelourie taucht die amerikanische Autorin Penelope Williamson in ihrem historischen Krimi "Im Dunkel der Tod" mitten ins Nachtleben von New Orleans ein. Langsam und unaufhörlich wird der Spannungsbogen weiter gedreht. Die Handlung und die Schilderungen des Alltags in der Stadt am Mississippi der zwanziger Jahre fesseln bis zur letzten Seiten. Bestechlichkeit, Rassenhass, Misshandlung, Armut und Reichtum bestimmten die damalige Zeit und werden harmonisch in die Geschichte eingebaut. Die Charaktere sind klar umschrieben und greifbar. Es ist auf jeden Fall sehr erfreulich, dass der Leser zum allgemeinen Verständnis nicht genötigt ist, den ersten Rourke-Fall zu lesen.
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