Literaturkritiker-Versöhnung nicht auf dem Papier: Reich-Ranicki und Jens: Kein gemeinsames Buch
zuletzt aktualisiert: 09.09.2004 - 16:53Berlin (rpo). Die Versöhnung des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki mit Walter Jens wird wohl nicht wie angekündigt mit einem gemeinsamen Buch über Thomas Mann fortgesetzt. Reich-Ranicki sagte Berliner Tageszeitung, dass er kein gemeinsames Projekt mit Jens plane. "Ich glaube nicht, dass aus dem schönen Plan meines Freundes Walter Jens etwas wird."
Dieser hatte Anfang September in einem Interview mit der Illustrierten "Bunte" erklärt, Ranicki und er planten "etwas Großes zum 50. Todestag von Thomas Mann am 12. August 2005 - so Gott will und wir noch leben". Reich-Ranicki sagte der "taz", er habe noch nie mit einem anderen Autor zusammen ein Buch verfasst, "und ich glaube nicht, dass ich das bis zum nächsten Sommer lernen werde".
Die beiden Kritiker, die sich seit 1959 kennen, hatten sich nach der Wiedervereinigung Deutschlands zerstritten. Ihr Verhältnis verschlechterte sich, weil sie gegensätzliche Standpunkte bei der Beurteilung einiger DDR-Schriftsteller vertraten. Ende August diesen Jahres hatten sich die beiden dann allerdings ausgesprochen.
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