Buch zum 25. Todestag: Romy Schneider: Ein Mythos in Bildern
VON CHRISTIAN SIEBEN - zuletzt aktualisiert: 14.03.2007 - 10:53Düsseldorf (RPO). Sie drehte Filme mit Kinolegende Luchino Visconti, feierte rauschende Feste mit Helmut Berger, aber liebte nur Alain Delon: Romy Schneider. Ein neuer Bildband nähert sich dem Mythos Romy mit über 300 beeindruckenden Aufnahmen.
Im Mai diesen Jahres jährt sich der Todestag der Leinwandlegende zum 25. Mal. Schon Mitte der 50er Jahre feierte Romy als Kaiserin "Sissy" von Österreich große Erfolge, unter dem sie aber während ihrer späteren Laufbahn auch zu leiden hatte. Ein Leben lang tat sie sich schwer, das Image der immer fröhlichen, leicht verhuschten Leinwand-Monarchin loszuwerden.
In den Folgejahren bewies Romy, dass sie viel mehr konnte. In Filmen wie die "Halbzarte" (1958) oder "Das Mädchen und der Kommissar" (1971) an der Seite von Michelle Piccoli zeigte sich Romy mal als erotischer Vamp, mal als gefallenes Mädchen. 1972 spielte sie dann noch einmal die Rolle, die ihr frühen Ruhm brachte und die sie doch so sehr hasste: An der Seite von Helmut Berger und Helmut Griem spielt Romy noch einmal die "Sissy" in Luchino Viscontis Meisterwerk "Ludwig II". Der italienische Meisterregisseur lässt Romy eine neue, reife und ernste Sissy spielen. Romy spielt meisterhaft, spornt den oft (zu unrecht) als hübsche Staffage belächelten Helmut Berger zu einer "Oscar"-reifen Leistung an.
Glücklich und gelöst war Romy, glaubt man Berichten enger Freunde, im Privatleben selten, vielleicht nie. 1958 lernt die Schauspielerin den französischen Fellini-Günstling Alain Delon kennen und verliebt sich sofort. Nach zwei Jahren geht die Beziehung in die Brüche. Romy will sterben, unternimmt einen Selbstmordversuch. Eine Tragödie, die tiefe Narben in ihrer Seele hinterlässt. Später heiratet sie zweimal, die Ehen mit Harry Meyen und Daniel Biasini scheitern schnell.
Beruflich erfolgreich, privat gescheitert
Zu Beginn der 80er Jahre wird Romy schwer krank, unterzieht sich eine Nierenopration. Kurze Zeit später stirbt ihr Sohn aus erster Ehe bei einem tragischen Unfall. 1982 wird Romy Schneider unter ungeklärten Umständen tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie wurde 43 Jahre alt.
Zum 25. Todestag hat Johannes Thiel einen Bildband vorgelegt, der das wechselhafte und viel zu kurze Leben der Österreicherin eindrucksvoll nachzeichnet. Der über 300 Seiten umfassende Band zeigt Aufnahmen ihrer Filmkarriere, private Bilder sowie eindrucksvolle Porträts und Aktaufnahmen. Den Betrachter erwarten bewegende Dokumente ihrer beruflichen Erfolge und ihres traurigen, privaten Scheiterns.
Bilder, die deutlich machen, warum Romy auch 25 Jahre nach ihrem Tod unvergessen bleibt. Sie war, ist und bleibt: ein Mythos.
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