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Köln
Chris de Burgh fliegen die Frauenherzen zu

Köln. Als nach anderthalb Stunden die ersten Takte von "Lady In Red" erklingen, gibt es kein Halten mehr: Dutzende Frauen, davon einige in Rot gewandet, stürmen vor die Bühne, um ihrem Liebling nah zu sein. Der Mann, um den sich alles dreht, ist 68 Jahre alt, 1,68 Meter groß und seit 40 Jahren verheiratet. Er hat in seiner Laufbahn an die 300 Lieder komponiert. "Lady In Red" sei nicht das beste, hat Chris de Burgh einmal gesagt. Doch es ist das Lied, für das ihn die Frauen lieben. Von Dirk Weber

1500 Fans sind nach Köln in den Tanzbrunnen gekommen, um sich in Behaglichkeit zu üben: "High On Emotion", "Missing You", "Ship To Shore", "A Spaceman Came Travelling". Für viele ist Chris de Burgh der Schnulzenkönig, Frauenversteher, Herzensbrecher. Den Song "All For Love" widmet er allen "Hausfrauen": "But sometimes it's too much/And no one else can see/'Cos men can be so blind/Unfocussed, out of range/When Superwoman cries", singt er leicht wattiert, denn seine Worte sollen nicht verletzen, sondern trösten. Seine Stimme ist gut in Schuss, sanft, aber klar. Eine Frau ruft: "Ich will immer noch ein Kind von dir." Gelächter. Es wird getanzt und mit den Armen geschwenkt. Wenn das Publikum glaubt, einen Song erkannt zu haben, spendet es Szenenapplaus. Bei einigen Liedern schauen die Frauen ihren Männern tief in die Augen.

Chris de Burgh ist ein Star zum Anfassen. An diesem Sommerabend ist er auch noch ein Kerl in einer Übergangsjacke, einer zu großen Hose und einem hellblauen Hemd - eher Busfahrer als Rockstar, aber unglaublich charmant. Er bestellt auf Deutsch fünf Kölsch für sich und seine Band und stimmt "Viva Colonia" an. Er sagt: "Köln ist meine zweite Heimat. Ich bin schon hunderte Male hier gewesen und habe oft davon geträumt, dass ich eines Tages, wenn ich mal ein Star bin, auf dieser Bühne stehen werde. Heute ist dieser Abend gekommen." Als dann die ersten Takte von "Lady In Red" erklingen, steigt er von der Bühne und läuft singend durchs Publikum wie im Fernsehgarten. Er umarmt, streichelt Wangen, macht Selfies mit den Fans. "A Better World", heißt sein neues Album - für viele wurde es eine bessere Welt, als er dieses Lied gesungen hatte.

Quelle: RP
 
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