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"Rattle That Lock"
David Gilmour - neues Soloalbum vom Pink-Floyd-Gitarrist

David Gilmour - Pink-Floyd-Gitarrist bringt neues Soloalbum "Rattle That Lock"
David Gilmour auf der Bühne - in Oberhausen bei seinem einzigen Deutschlandkonzert. FOTO: ap
Düsseldorf. David Gilmour war in den 60er und 70er Jahren nicht zu beneiden. Seine Band Pink Floyd wurde von Intimfeind Roger Waters nach nordkoreanischem Führungsideal regiert, und Gilmour durfte nur gelegentlich das machen, was er so gerne tat: Mit der Gitarre rosa Wolken in Waters' giftige Höllenvisionen tupfen. Jetzt ist sein neues Album erschienen. Von Philipp Holstein

Die Zeit damals muss schlimm gewesen sein, und dass David Gilmour es ausgehalten hat und sogar immer weitermachte, ist gut. Denn sonst hätten wir statt solch pastelliger Luftgespinste wie "Wish You Were Here" vielleicht noch mehr dornige Ego-Erkundungen wie "The Final Cut" von Pink Floyd zu hören bekommen. David Gilmour war die Wärmebatterie der Gruppe.

Als Waters 1985 lieber alleine weiter grummelte, blühte Gilmour auf. Er badete mit Pink Floyd im Kitsch, aber das gönnte man ihm gerne - es kamen ja immer auch tolle Stücke wie "High Hopes" (1994) dabei heraus.

Ende vergangenen Jahres veröffentlichte er schließlich den Schwanengesang Pink Floyds: "The Endless River" ist ein gediegenes, fast ausschließlich instrumentales Album, ein Grabstein für den 2008 gestorbenen Freund und Keyboarder Richard Wright.

Roger Waters spielt in Düsseldorfer Esprit Arena FOTO: Peter Wafzig

Nun erscheint das neue Soloalbum von David Gilmour, es ist sein viertes, und "Rattle That Lock" ist rockiger als "The Endless River". Der 69-Jährige dokumentiert in den zehn Songs die Gedanken eines Mannes seines Alters über einen Tag hinweg. Ehefrau Polly Samson schrieb Texte zu fünf Stücken, und auf den Fotos im Booklet wirken die beiden einander sehr zugetan.

Es kamen auch einige Kumpels ins Studio; David Crosby und Graham Nash singen mit, und Phil Manzanera (Roxy Music) produzierte. Gilmour hat es sich verdient, die Harmonie, die Ruhe und die Liebe. Und man freut sich über jeden Ton, den er spielt.

Die Klasse von Stücken wie "There's No Way Out Of Here" von Gilmours Solodebüt aus dem Jahr 1978 oder "Near The End" vom Nachfolger "About A Face" (1984) erreicht indes keiner der Songs.

Egal, die Zuneigung zu Gilmour hängt nicht an einem Album.

Kritik an "The Wall Live Show" von Roger Waters FOTO: ap, Balazs Mohai

Info David Gilmour: "Rattle That Lock", Sony Music, als CD, CD & DVD, LP und Download. 

Quelle: RP
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