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Der Oeckl - die Adressdatei des öffentlichen Lebens

Den recherchierenden Journalisten ist der Oeckl ebenso vertraut wie Lobbyisten, Verbandsvertretern oder Angehörigen des öffentlichen Diensts. Er ist das umfassendste Nachschlagewerk des öffentlichen Lebens, das es in Deutschland gibt. In der neuesten Ausgabe, der 65. seit 1950, sind 20.400 Organisationen und 37.900 Kontaktpersonen enthalten - so viele wie noch nie. Von Martin Kessler

Aber es ist nicht so sehr die große Zahl, die den Wert des Nachschlagewerks in Zeiten des Internets ausmacht. Wirklich herausragend ist die Ordnung der Adressdatei. Es geht los beim Bund, dann zu den Ländern, Kommunen, der Auslandsvertretungen, der Wirtschaft hin zu den einzelnen Bereichen des öffentlichen Lebens wie Tarifpartner, Gesundheit, Medien, politischen Parteien, Religionsgemeinschaften oder Wissenschaft. Das ist ein einzigartiger Schatz, der so umfassend kostenfrei im Internet nicht erhältlich ist.

Man kann fast in diesem Werk schmökern, um einen Eindruck des öffentlichen Lebens, seiner wichtigsten Institutionen und die Größe der Organisationen zu bekommen. Denn bei jedem Verband oder Industriezweig ist auch ein kleiner Steckbrief zu Mitgliederzahlen oder Umsatz angebracht. Das macht es als ersten Überblick wirklich goldwert.

Dafür ist allerdings mit 143,90 Euro ein stolzer Preis zu zahlen. Da werden einige, die nicht ständig den Oeckl brauchen, doch lieber zur Unübersichtlichkeit im Netz zurückkehren. Ein bisschen ärgerlich ist auch die Abwesenheit aller internationalen Organisationen und der EU im deutschen Nachschlagewerk. Wer hier informiert sein will, muss auf andere Quellen ausweichen wie den Oeckl über das öffentliche Leben in Europa. Und das kostet noch einmal 128 Euro als Band oder als CD-Rom.

Immerhin verfügt der Verlag, in dem der Oeckl erscheint, über einen breiten Fundus, der nicht so schnell erreicht wird. Dafür sorgte auch der inzwischen verstorbene Gründer Albert Oeckl, der das Nachschlagewerk 1950 begründete, nachdem er schon in der NS-Zeit kräftig Adressen im In- und Ausland sammelte.

Quelle: RP
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