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Nairobi
Der Papst in Afrika

Nairobi. Er wird die Heilige Messe zelebrieren. In Nairobi will er einen Slum besuchen.

Papst Franziskus hat in Kenia zum Kampf gegen Armut und zum Aufbau einer gerechten und friedlichen Gesellschaft aufgerufen. Im Mittelpunkt der Politik müsse das Gemeinwohl der ganzen Gesellschaft stehen, sagte er zum Auftakt seiner Afrika-Reise in Nairobi vor den Autoritäten des Landes. Im Beisein von Staatspräsident Uhuru Kenyatta ermahnte er sie, mit Redlichkeit und Transparenz für das gesamte kenianische Volk zu arbeiten und für eine gerechte Verteilung der natürlichen und menschlichen Ressourcen zu sorgen.

In seiner Rede vor den Eliten des Landes sowie dem Diplomatischen Corps im State House von Nairobi forderte Franziskus zur Überwindung der religiösen und ethnischen Spaltungen in Kenia auf. Dazu brauche es einen unerschrockenen Geist der Vergebung, Versöhnung und Toleranz, vor allem jedoch soziale Gerechtigkeit. "Die Erfahrung zeigt, dass Gewalt, Konflikt und Terrorismus durch Angst, Misstrauen und durch die Verzweiflung genährt werden, die aus Armut und Frustration entspringt." Die multi-ethnische kenianische Gesellschaft brauche ein harmonisches Fundament, das niemanden ausgrenze.

Dies schließt aus Sicht des Papstes besonders die Sorge für die große Gruppe der Jugendlichen in dem ostafrikanischen Land ein. Sie seien dessen "wertvollste Ressource", so Franziskus. "Sie zu schützen, in sie zu investieren und ihnen eine helfende Hand zu reichen, ist die beste Weise, wie wir eine Zukunft sichern können, die der Weisheit und der geistigen Werte ihrer Vorfahren würdig ist."

Als eine Grundvoraussetzung für den Frieden nannte Franziskus ferner den Umweltschutz. Er beendete seine auf Englisch gehaltene Rede mit den Suaheli-Worten "Mungu abakiri Kenya" - "Gott segne Kenia".

Kenia steht wie die meisten afrikanischen Länder vor großen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Dazu zählen Rivalitäten zwischen den Ethnien. Bei politischen Unruhen starben im Jahr 2007 rund 1500 Menschen. Das Land leidet unter hoher Korruption. Eine weitere Gefahr ist der islamistische Terrorismus.

Kenia ist die erste Station von Franziskus' Afrika-Reise. Dort war er nach siebenstündigem Flug aus Rom am Nachmittag gelandet. Am Freitag fliegt er für zwei Tage weiter ins Nachbarland Uganda. In Uganda will der Papst am Samstag einen Schrein für ugandische Märtyrer aufsuchen und eine Messe vor rund 100.000 Gläubigen feiern.

Bedenken bezüglich der problematischen Sicherheitslage im Krisenstaat Zentralafrikanische Republik wischte der Papst beiseite. Er fürchte sich nur vor den Moskitos, scherzte er.

(kna)
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