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Deutscher Power-Pop aus den 80ern

Der Sampler würdigt die Zeit zwischen NDW und Hamburger Schule. Von Andreas Huber

Mit dem ebenso nostalgisch wie sachverständig kompilierten Sampler "Falscher Ort, falsche Zeit" erinnert das Hamburger Plattenlabel "Tapete Records" an deutschsprachige Power-Pop-Bands aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, die schon in den "Achtzigern" ganz Wanda-ful geklungen und gesungen haben.

Chronologisch ist diese Liedersammlung zwischen der "Neuen Deutschen Welle", die noch nicht richtig verebbt war, und der "Hamburger Schule", deren Unterricht noch nicht wirklich begonnen hatte, angesiedelt. Pophistorisch sind die Vorbilder der 19 präsentierten Künstler jedoch vor allem in Großbritannien zu finden. Motiviert von Punk, Post-Punk, Indie-Pop, Two Tone (Ska) und fast vergessenen Mod-Sounds, die nicht zuletzt durch den The-Who-Film "Quadrophenia" eine Renaissance erfuhren, wurde damals landauf landunter munter und oft dilettantisch drauflos musiziert und frei nach Schnauze getextet. Natürlich auch in der vormaligen Punk-Hochburg Düsseldorf.

Hier hatte seinerzeit die Stunde X ("Hey Du!") geschlagen, die im bekennenden Fortuna-Fan Bodo Goliasch einen unterhaltsamen Frontmann und in Campino einen Riesenfan hatte. Aber auch Family*5 ("Du wärst so gern dabei"), die seit 1982 neue Kapelle von Xao Seffcheque und Punk-Ikone Peter Hein, der die Fehlfarben unmittelbar nach deren legendärem Debüt "Monarchie & Alltag" verlassen hatte, war mit von der Party. Tatsächlich zählt heute auch die erste Family*5-Scheibe "Resistance", die übrigens auf Heins eigenem Label "Sneaky Pete Records" veröffentlicht wurde, zu den Meilensteinen deutschsprachiger Popschaffe. Dritte Kraft vom Rhein sind wie ehedem die geschätzten "Sneaky Pete"-Kollegen S-Chords ("Voran! Voran!").

Zu den bekannteren bundesrepublikanischen Bands auf "Falscher Ort, falsche Zeit!" zählen fürderhin Die Profis, Start, Huah! und die Mobylettes. Für internationalen Glamour sorgen die eidgenössischen Combos Der Böse Bub Eugen und Raumpatrouille Rimini, sowie The Venue aus Wien. "Falsches"-Fazit: Alles richtig gemacht!

Quelle: RP
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