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New York
Die Frau des Stadtneurotikers

Diane Keaton: Oscar-Preisträgerin wird 70 Jahre alt
FOTO: dpa, wb cv nic tba
New York. Oscar-Preisträgerin Diane Keaton wird heute 70 Jahre alt. Von Christina Horsten

Alles beginnt mit "Annie Hall". 1977 schreibt Woody Allen für eine damals noch völlig unbekannte Diane Keaton die Hauptrolle in dem auf Deutsch "Der Stadtneurotiker" betitelten Film und macht sie über Nacht zum Star. "Meine Karriere wird immer mit Woody Allen verbunden sein", sagte Keaton jüngst dem britischen "Telegraph". "Ohne Woody Allen wäre das alles nicht passiert." Keaton gewinnt für ihre Rolle den Oscar und Allen und sie werden über viele Jahre zu einem legendären Hollywood-Paar. Heute könne er es sich gar nicht mehr leisten, sie in einem seiner Filme zu besetzen, witzelte Allen jüngst - aber Keaton winkt ab. "Ich lach mich tot. Als ob ich so viel verdienen würde. Er kann sich das leisten - soll er mich doch mal fragen."

Fast 30 Jahre und mehr als 50 Filme nach dem "Stadtneurotiker" gehört Keaton, die heute 70 Jahre alt wird, zu den gefragtesten Schauspielerinnen Hollywoods. Während Kolleginnen sich beschweren, dass es für ältere Frauen keine Rollenangebote gibt, scheint Keaton sich ihre Filmprojekte aussuchen zu können und arbeitet nebenbei auch als Regisseurin. Dem "Annie Hall"-Stil, der sie berühmt machte, ist sie treu geblieben: Typ neurotische New Yorkerin mit schlabberigen Männerhosen, Westen, Krawatten und Hüten - dabei aber extrem nahbar. "Ich bin total normal. Von mir wurde im Leben nie viel erwartet, aber dann habe ich diese Möglichkeiten bekommen. Das war wunderbar."

Geboren wurde die Tochter eines Ingenieurs und einer Hausfrau 1946 in Los Angeles; sie wuchs mit drei Geschwistern im kalifornischen Santa Ana auf. Nach der Ausbildung zur Schauspielerin am Neighborhood Playhouse in New York gibt sie schon mit 22 Jahren ihr Broadway-Debüt im Musical "Hair". Der Durchbruch im "Stadtneurotiker" verschafft ihr eine Rolle nach der anderen - und fast immer sind die mit Männern verknüpft. Auf die Woody Allen-Phase folgt die Warren Beatty-Phase mit Filmen wie "Reds" und schließlich die Al Pacino-Phase mit dem "Paten". "Jeder Mann war ein anderes Jahrzehnt", sagte Keaton dem "Telegraph". "Woody war meine Zwanziger, Warren meine Dreißiger und Al an der Grenze Dreißiger/Vierziger." Geheiratet hat sie keinen der drei. "Es hat keiner gefragt." Befreundet ist sie aber bis heute mit ihnen allen.

Aber auch ohne Mann wollte Keaton Kinder und adoptierte im Alter von 50 Jahren erst eine Tochter und dann einen kleinen Sohn. Die Mutterschaft habe ihrem Leben Sinn gegeben, sagt Keaton. "Ich war sehr mit mir selbst beschäftigt. Und das hat mein ganzes Leben verändert." Keaton pflegt noch eine weitere Liebe: Häuser. "Seit ich mit 19 nach New York gekommen bin, habe ich 46 Wohnungen und Häuser gemietet, besessen und verkauft." Auch das verzaubere sie: "die Träume von einem anderen Ort."

(dpa)
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