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Köln
Die Art Cologne ermuntert zum Kauf junger Kunst

Köln. Mehr als 200 Galerien aus 25 Ländern sind dabei. Von Bertram Müller

Auf die unvermeidliche Frage, wie sich zuletzt die Preise für Kunst entwickelt haben, reagieren die Veranstalter der Art Cologne meist ausweichend. Daniel Hug, seit fünf Jahren Chef dieser Messe für Gegenwartskunst und klassische Moderne, ließ sich gestern zur Eröffnung kaum mehr als dies entlocken: Die wesentlichen Preisanstiege vollzögen sich zurzeit in der Gegenwartskunst. Im Übrigen: "Am besten schauen Sie einfach selbst auf gute Kunst."

Das ist leichter gesagt als getan. Selbst die Gründer dieser Messe, die sich ursprünglich "Kölner Kunstmarkt" nannte, schlossen Gerhard Richter und andere Größen unserer Tage aus, weil sie ihnen nicht bedeutend genug erschienen. Heute dagegen ist das Angebot von mehr als 200 Galerien aus 25 Ländern so umfangreich, dass derlei Fehlentscheidungen kaum noch wahrscheinlich sind. Wiederum gliedert sich die Großveranstaltung in zwei Teile: die obere Etage, auf der sich junge Kunst präsentiert, und die untere, auf der die klassische Moderne und die Nachkriegskunst zu Hause sind. Ganz wenige Künstler haben es geschafft, hier wie dort vertreten zu sein: der Düsseldorfer Imi Knoebel (72) etwa, der unten, bei Hans Strelow, mit einem "Kartoffelbild" von 2012 vertreten ist (155 000 Euro) und oben, bei Bärbel Grässlin (Frankfurt), mit einer ähnlichen Arbeit von 2013 (150 000 Euro).

Das teuerste Objekt dieses Kunstmarkts findet sich am Stand von Henze & Ketterer (Riehen bei Basel): Ernst Ludwig Kirchners "Straßenbild vor dem Friseurladen" von 1926 für 3,75 Millionen Euro. An zweiter Stelle stehen Salis + Vertes aus Salzburg mit Picassos "Kopf eines Mannes" von 1965 (3,5 Millionen Euro). Auffällig ist der hohe Anteil an deutscher Nachkriegskunst, von Fritz Winter bis zu den Zero-Künstlern Mack, Piene und Uecker. Ben Brown (London) zeigt – unbeabsichtigt aktuell – ein nervöses Obama-Portrait von Vik Munoz.

Art Cologne in der Deutzer Messe bis zum 22. April; geöffnet 12–20 Uhr, am letzten Tag bis 18 Uhr; Eintritt: 25 Euro

Quelle: RP
 
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