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Ausstellung: "Die Göttliche" Greta Garbo privat

zuletzt aktualisiert: 06.02.2006 - 16:20

Frankfurt/Main (rpo). Sie gilt bis heute als Ikone des Films und als größter weiblicher Hollywoodstar der 20er und 30er Jahre: Greta Garbo. Ihrer zeitlosen Schönheit verdankt sie den Beinamen "die Göttliche". Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main zeigt ab Dienstag 90 Porträtaufnahmen des Filmstars aus den Jahren 1924 bis 1948. Die Ausstellung unter dem Titel "Garbo's Garbo. Portraits from her Private Collection" läuft bis zum 7. Mai.

Greta Garbos Großneffe, Scott Reisfield, hat die Exponate für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.  Foto: ddp, ddp
Greta Garbos Großneffe, Scott Reisfield, hat die Exponate für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Foto: ddp, ddp

Begleitet wird die Schau von einer Filmreihe, in der zwölf Stumm- und Tonfilme des Stars in Originalfassung vorgeführt werden. Darunter auch ihre größten Erfolge "Mata Hari" (USA 1931), "Grand Hotel" (Mensch im Hotel, USA 1932), "Anna Karenina" (USA 1935) und "Camille" (Die Kameliendame, USA 1936), der als ihr Lieblingsfilm gilt.

"Greta Garbo ist das bekannteste Gesicht der Filmgeschichte des letzten Jahrhunderts", sagt der Leihgeber der Exponate und Großneffe der Garbo, Scott Reisfield. Obwohl ihre Filme heute nicht mehr so bekannt seien, ihr Name und ihr Gesicht seien es noch immer, betont er. Die Bilder aus dem persönlichen Besitz der als Greta Lovisa Gustavson im Jahr 1905 in Stockholm geborenen Künstlerin hatte Reisfield auf dem Dachboden des Hauses seiner Mutter, der Nichte des Filmstars, gefunden. Sie werden nun erstmals in Europa präsentiert. "Gemeinsam haben wir die rund 1000 Fotografien der Garbo angeschaut und für die Ausstellung die 90 schönsten ausgewählt, die 65 Jahre nach ihrem letzten Film das goldene Zeitalter in Hollywood widerspiegeln", sagt Kurator Robert Dance.

Das früheste der Bilder, die als Werbefotos zu ihren Filmen aufgenommen wurden, zeigt die noch mädchenhafte, 20-jährige Garbo. "Sie war gerade mit ihrem Entdecker Mauritz Stiller nach Hollywood gekommen, nachdem sie bereits zwei bedeutende Filme in Deutschland und Schweden gedreht hatte", sagt Dance. Kurze Zeit später habe die junge Schwedin in Los Angeles Ruth Harriet Louise, die Chef-Fotografin der Produktionsfirma Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), getroffen. Louise habe durch ihre Stand- und Porträtfotos maßgeblich dazu beigetragen, die Garbo zur Ikone zu stilisieren, berichtet Dance.

Die pressescheue Schauspielerin selbst habe wiederum bald den Wert der Fotos als Instrument erkannt, um damit ihre herausragende Stellung in Hollywood auszubauen. Die Diva unterband ab 1927 die Veröffentlichung jeglicher Bilder, die außerhalb der Studios von ihr entstanden und erlaubte ausschließlich die von MGM in Auftrag gegebenen Fotografien. Auf diese Art wurde sie zum am wenigsten fotografierten Hollywoodstar, während die Nachfrage nach ihrem Bild am höchsten war. Die Produktionsfirma nutzte dies, um den geheimnisvollen Nimbus um die Garbo zu steigern, schon bald war sie als "schwedische Sphinx" bekannt. "Sie war unglaublich fotogen, und die Bilder bergen eine große Intensität", sagt der Kurator.

In der Ausstellung offenbart sich die große Wandelbarkeit der Schauspielerin. Zum Film "Mata Hari" etwa zeigt sich "die Göttliche" pur, mit streng zurückgestecktem Haar und distanziertem Blick, während sie für den Film "Anna Christie" verträumt posiert. Eine brennende Zigarette und ein Glas als Accessoires sowie der abwesende Blick geben ihr zudem eine leicht laszive Ausstrahlung. Selten ist die Diva offen lächelnd abgelichtet. Ein Foto zum Film "Conquest" aus dem Jahr 1937 aber zeigt die Garbo mit fröhlichen Augen und mädchenhaftem Charme.

Im Gegensatz zu anderen Schauspielerinnen wurde Greta Garbo, die 1951 die US-Staatsbürgerschaft erhielt, nur selten mit männlichen Hauptdarstellern und niemals mit anderen Frauen fotografiert. Nachdem die Garbo 1941 zum letzten Mal vor der Kamera gestanden hatte, lebte sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1990 zurückgezogen in New York.

Quelle: afp

 
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