| 08.26 Uhr

Düsseldorf
Bewegender Abschied von Tote-Hosen-Manager

Düsseldorf. Am Wochenende wurde Jochen Hülder in Düsseldorf beigesetzt, der Manager der Toten Hosen, der im Alter von 57 Jahren gestorben war. Es gab zwei emotionale Ansprachen; die eine hielt Band-Chef Campino, die andere der Düsseldorfer Filmemacher Wim Wenders, der für die Band Video-Clips gedreht hatte. Das Bemerkenswerte an der zweiten Ansprache war, dass es um Gott ging und dass diese Worte im Grunde eine Predigt waren, eine ebenso kluge wie bewegende.

Er sei gläubig, sagte Wenders in der Kapelle auf dem Südfriedhof, deshalb habe er mit dem todkranken Hülder über das sprechen wollen, was nach dem Leben komme. Aber Hülder habe abgelehnt, er habe auch nicht gewollt, dass bei seiner Beerdigung ein Geistlicher spreche. Wenders sprach Hülder nun direkt an, über den Tod hinweg, als den Freund, der er ihm war: "Die Menschen waren dein Ding, Jochen, nicht die Metaphysik. Aber ich bin mir sicher, dass Gott gesehen hat, dass du ein verdammt guter Kerl warst."

Wim Wenders hielt mit Jochen Hülder Zwiesprache über Gott, für ihn ist Hülder immer noch da, das wirkte tröstlich, und das Leitmotiv waren die wiederkehrenden Worte "Mensch, Jochen!".

Glaube tue gut, erklärte der berühmte Regisseur, er bereichere und berge. "Dein Leben hatte einen Sinn, Jochen", rief Wenders schließlich, "die Versammelten hier sind der Beweis." Er beschloss die Ansprache mit den Worten "One Love". Dann begann das gleichnamige Lied von Bob Marley.

Quelle: RP
 
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