Landesausstellung 2011 in Bayern: Die Welt des Märchenkönigs Ludwig II.
zuletzt aktualisiert: 13.12.2010 - 15:35München (RPO). Märchenkönig Ludwig II. und sein mysteriöser Tod im Starnberger See stehen im Mittelpunkt der Landesausstellung 2011 des Hauses der Bayerischen Geschichte.
Die am Montag in München vorgestellte Schau steht unter dem Thema "Götterdämmerung - König Ludwig II. und seine Zeit" und findet vom 14. Mai bis zum 16. Oktober in Schloss Herrenchiemsee statt, einem der sogenannten Märchenschlösser des Königs. Ludwigs Todestag jährt sich am 13. Juni zum 125. Mal.
Eine "unzerstörbare Ikone der Moderne und einen grandiosen Mythos", der bis heute weiterlebt, nannte der Historiker Peter Wolf vom Haus der Bayerischen Geschichte den "Kini". Wolf ist Projektleiter der Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit der Bayerischen Schlösserverwaltung und dem Landkreis Rosenheim stattfindet. Die Besucher sollen das damalige Drama Bayerns und seines Königs "wie eine moderne Theaterinszenierung" erleben: Ludwigs Kindheit und Jugend, seine Familie, die Protagonisten, die ihn geprägt haben, seine Zeit als Kronprinz und König.
Als Monarch führte Ludwig zwei Kriege, einen gegen Preußen und einen gegen Frankreich, diesmal an der Seite Preußens. Am Ende durfte Ludwig zwar König bleiben, bekam aber den preußischen König als deutschen Kaiser und neues Staatsoberhaupt. Bayern ging im Deutschen Reich auf. Erstmals zeigt die Ausstellung im Original den sogenannten Kaiserbrief, mit dem der bayerische König die Erhöhung des preußischen Königs zum Kaiser zuließ.
In einer Abfolge von Bühnenbildern begegnen die Besucher den Welten um Ludwig II. einschließlich seiner Darsteller in späteren Filmen. Das Bild des Königs im 20. Jahrhundert wurde weitgehend vom modernen Film geprägt. Auch die Romanze mit seiner Cousine Elisabeth, genannt Sisi, ist eine Erfindung des Films.
In 3D-Simulationen lässt die Ausstellung die Träume des Königs wie den Flug über den Alpsee oder einen chinesischen Palast inmitten der bayerischen Alpen entstehen. Die Landesausstellung im aus Geldmangel nie fertig gestellten Schloss Herrenchiemsee soll so zu einem Erlebnis der königlichen Gegenwelten werden, erläuterte Projektleiter Wolf.
Ungelöst bleibt aber weiterhin das Rätsel um den Tod des Königs, eine "Katastrophe für die bayerische Monarchie", so Wolf. Immerhin bekommen die Besucher Gelegenheit, mit Hilfe von Indizien Detektiv zu spielen und einen fiktiven Beitrag zur Aufklärung beizutragen.
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