Neues Musical: Dirty Dancing: Getanztes Happyend
zuletzt aktualisiert: 17.11.2005 - 08:52Hamburg (rpo). Der heiße Tanz fesselte schon die zehnjährige Ina. "Ich wollte den Film haben und habe ihn bekommen. 'Dirty Dancing' war meine allererste Videokassette", erinnert sich Ina Trabesinger. Bald ist die Österreicherin selbst jene "Baby Houseman" aus dem Kultstreifen. Denn sie spielt mit dem Niederländer Martin van Bentem eine der beiden Hauptrollen in der neuen Hamburger Show. Die Europa-Premiere wird am 26. März auf der Bühne des Theaters Neue Flora gefeiert.
Was einst noch sensationell, völlig neu und regelrecht anrüchig - eben "dirty" - war, hat seit der Filmpremiere 1987 ganze Teenager-Generationen in die Tanzschulen gelockt. Mittlerweile ist das Anrüchige zwar längst harmlos, der Stoff aber nach wie vor Kult. "Ich habe den Film mindestens 20 Mal gesehen", sagt die heute 23-jährige "Baby"-Darstellerin. Auch der 25-jährige van Bentem, der "Johnny Castle" verkörpert, bringt es auf mehr als ein Dutzend Mal, seit er zwölf war.
Für beide ist es die Rolle ihres Lebens. Denn beide bekennen, es sei unangefochten ihr Lieblingsfilm, die jeweilige Figur ihre Traumrolle. In "Baby" wie "Johnny" stecke viel von ihnen selbst, in beiden hätten sie sich stets wieder gefunden, auch wenn der Stoff selbst keine Aktualität besitze. "Wollte man diesen Film aus heutiger Sicht drehen, würde es vielleicht ein HipHop-Film", sagt Trabesinger. "Damals aber wurden Tabus gebrochen, mit dem Tanzstil, dem Körperkontakt der Tänzer, dem Zeigen nackter Haut."
Auch van Bentem sieht manches von "Johnny" in sich, schon weil er wie die Hauptfigur seinen Lebensunterhalt mit Tanzen verdiene. "Auch mich beurteilen viele Menschen auf den ersten Blick als cool, ja sogar arrogant. Wer mich kennen lernt, entdeckt aber, dass ich sensibel bin, Ängste und Unsicherheiten habe."
Sexappeal und Körperbewusstsein
Beiden ist klar: Wer eine Liebesgeschichte wie die von "Baby" und "Johnny" spielt, die unzählige Teenies zu Tränen rührte, der muss auch persönlich harmonieren. "Da muss Sexappeal rüberkommen, eine Portion prickelnde Erotik, Körpersprache und Körperbewusstsein - das stimmt bei uns einfach", betont die künftige "Baby". "Wir verstehen uns wirklich sehr gut, wir sind da auf der gleichen Wellenlänge", ergänzt "Johnny".
Als sie sich beim Casting Ende Oktober begegneten, hätten beide sofort gewusst: "Der andere ist es", erinnert sich Trabesinger.
Angst vor einem kritischen Vergleich mit den Hauptdarstellern des Films, Jennifer Grey und Patrick Swayze, haben beide nicht. "Sie sind keine Konkurrenz für uns, denn im Mittelpunkt stehen einzig die Figuren und ihre Rolle, nicht die Darsteller von damals", sagt van Bentem. "Ich bin kein Patrick Swayze, aber ich identifiziere mich mit 'Johnny'. Wir spielen unsere eigene Fassung der Figuren."
Die nötige Bühnenerfahrung dazu haben beide seit fast fünf Jahren. Trabesinger spielt noch bis Ende Januar als "Sophie" eine Hauptrolle im Abba-Musical "Mamma Mia!" in Stuttgart, van Bentem agiert genauso lange noch in "Saturday Night Fever" in Düsseldorf. Für den 25-Jährigen bedeutet "Dirty Dancing" allerdings die erste Hauptrolle.
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