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Düsseldorf
Donnernde Bässe bei Manowar im ISS Dome

Düsseldorf. Für einen Abend Krieger sein, ein Klischee in schwarzen Stiefeln: Wer zu einem Konzert der 1980 gegründeten True-Metal-Band Manowar geht, hat Erwartungen. Epische Chöre, ein maschinenhaft hämmerndes Schlagzeug im Vier-Viertel-Takt und virtuose Gitarrensoli sollten dem Publikum im Düsseldorfer ISS Dome auf musikalische Weise das Gefühl geben, Teil eines größeren Ganzen zu sein - der "Army of Immortals", der unsterblichen Legion der "Manowar"-Fans. Sich darauf einzulassen erfordert Hingabe zum melodischen, aber trotzdem spröden Heavy-Metal - und angesichts der hautengen Lederkluft der Bandmitglieder eventuell auch etwas Humor. Von Oliver Burwig

Würde ein Metal-Fan schunkeln, täte er es zu "Call To Arms". Das Lied vom wohl bekanntesten Album der Band, dem 2002 veröffentlichten "Warriors Of The World", stimmte das Publikum mit seinem marschierenden Rhythmus auf das ein, was da kommen sollte. Das mit breiten Chören intonierte "Sons of Odin" zollte der nordischen Mythologie Tribut, auf die sich die Band vor allem seit "Gods of War" (2007) bezieht. Mit treibendem Rhythmus begleitete Karl Logan, seit 1994 einziger Gitarrist der Band, Sänger Eric Adams und Bassist Joey DeMaio bei der Reise durch eine martialische Welt aus Krieg, Ehre und Tod.

Auf besondere Weise ehrten die Musiker den vor einem Monat verstorbenen Lemmy Kilmister: Mit einem Gitarrensolo und dem an eine Leinwand projizierten Schriftzug "Fallen Brothers" erinnerte die Band unter anderem an den Motörhead-Bassisten, den Metal-Sänger Ronny James Dio und Schauspieler Orson Welles, der Textpassagen im Lied "Defender" (1983) sprach.

Logans Arpeggien und Donnie Hamziks maschinengewehrartiger Double-Bass brachten mit "Hand of Doom" schließlich einen der Höhepunkte des Konzerts. Dem donnernden Bass DeMaios konnten sich die 7000 Zuschauer nicht entziehen, er ließ Brustkörbe vibrieren und verkündete die düstere Kunde einer mythischen Schlacht. Vor flammender Leinwand ehrten Fans das Lied mit der Geste des "Manowarriors": Der erhobenen rechten Hand, deren Gelenk von der linken umschlossen wird.

Quelle: RP
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