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Düsseldorf
Ehemaliger Hosen-Drummer Wolfgang Wölli Rohde ist tot

Düsseldorf. Als die Toten Hosen im vergangenen Sommer ein Konzert in Leipzig gaben, sangen 70.000 Menschen ihre Hymne "Steh auf, wenn Du am Boden bist". In der Mitte des Songs kam plötzlich Wölli auf die Bühne, stimmte ein in den Chor, der Song galt ihm, denn Wölli hatte Krebs. Nun ist er gestorben. Wolfgang Rohde, den alle bloß Wölli nannten, wurde 66 Jahre alt.

Der ehemalige Schlagzeuger der Toten Hosen, der von 1986 bis 1999 bei der Band aus Düsseldorf den Takt angab, war vor zwei Jahren schwer erkrankt. Die Niere war vom Krebs befallen, schließlich auch die Lunge. Doch der Musiker wollte sich nicht unterkriegen lassen. Er fuhr also mit dem Auto nach Leipzig, um Arm im Arm mit Campino und den Tausenden zu singen.

Ihrem Ex-Drummer waren die Toten Hosen treu, auch nachdem dieser sich von der Band verabschiedet hatte, weil der Rücken nicht mehr mitmachte. Wölli wurde durch seinen Roadie Vom Ritchie ersetzt, aber blieb Hosen-Mitglied. Die demokratisch organisierte Band, die auch die Anteile am Geschäft gleichmäßig aufteilt, ließ Wölli nicht fallen. Er behielt die Einnahmen, Vom bekam seinen Teil ab.

Wölli selbst hatte 1986 den vormaligen Schlagzeuger Trini Trimpop ersetzt, der ins Management der Band wechselte. Seine unkomplizierte und fröhliche Art brachte ihn zu den Toten Hosen, wurde in der ersten Band-Biographie vermerkt. Wölli war ein netter, manchmal kauziger Typ, mit dem man schnell ins Gespräch kam. Auch in Meerbusch, wo der gebürtige Kieler die vergangenen 17 Jahre lebte, nahm er die Herzen im Sturm. Kaum hatte er sich im Stadtteil Lank-Latum niedergelassen, organisierte er dort über viele Jahre ein Rockfestival. Zuletzt beklagte Wölli bei Facebook den Tod von Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister. Nun ist er selbst gegangen.

(kl/mrö/ujr)
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