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Hamburg
Ehepaar Netrebko ganz verliebt

Hamburg. Die Primadonna und Ihr Ehemann Yusif Eyvazov gastieren in Deutschland. Von Ulrike Cordes

Mit brausendem Beifall und Bravorufen gefeiert, präsentiert sich eine strahlende, braun gebrannte Anna Netrebko in spektakulären Roben und wirft immer wieder Kusshände ins Publikum: Das Konzert der russischen Star-Sopranistin in der voll besetzten Hamburger Laeiszhalle ist zum triumphalen Fest für Ohren und Augen geraten. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Tenor Yusif Eyvazov, gestaltete Netrebko zwei Stunden lang Liebesarien und Duette des italienischen Verismus, darunter Werke von Puccini und Leoncavallo. Stimmlich brillant disponiert, begeisterten die beiden dabei auch mit innigen Umarmungen, Küssen und verliebt wirkenden Tanzschritten - und schenkten dem Publikum am Ende drei Zugaben.

Begleitet wurden die Sänger vom klangschön aufspielenden Tschechischen Nationalen Symphonieorchester unter Jader Bignamini. Nach dessen Einstimmung mit der so dramatisch bewegten wie heiter perlenden Ouvertüre zu Verdis Oper "Macht des Schicksals" betrat Netrebko unter dem Jubel der Besucher das Podium. Nicht nur dank schwarz-weiß gestreiftem Abendkleid samt Chiffonumhang, funkelndem Diamantcollier und Hochsteckfrisur eine majestätische Erscheinung. Voluminös, kraftvoll und feinfühlig weich zugleich, voller großer Emotionen erfüllte dann die Ausnahmestimme der 44-jährigen Primadonna den Raum, erreichte die Herzen der Zuhörer.

Bei Puccinis "Turandot" und "Manon Lescaut", Leonvallos "Pagliacci" oder auch Catalanis "La Wally" transportierte sie Sehnsucht, Erfüllung, Liebesleid. Netrebko, später im schräg geschnittener, blütenbestickter himmelblauer Robe, sang im Wechsel und zusammen mit Eyvazov, den sie Ende 2015 in Wien geheiratet hat. Die beiden sollen sich bei Proben zu einer Aufführung von "Manon Lescaut", einer von Netrebkos Paraderollen, in Rom kennengelernt haben. Der in Algier geborene Tenor reüssiert ebenfalls auf den Spitzenbühnen der Welt. In malerische Anzüge gekleidet, vermochte auch er in Hamburg mit großer Stimme zu begeistern, indes er nicht ganz den einzigartig vielschichtigen Ausdruck seiner Partnerin erreicht.

Anfang des Monats waren Netrebko und Eyvazov bereits gemeinsam in Salzburg aufgetreten, wo 2002 die Weltkarriere der Sopranistin begann. Einziger weiterer Auftrittstermin in Deutschland ist am Donnerstag in Köln. Die Kompositionen des Verismus, einer dem Realismus verpflichteten Kunstrichtung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, haben die beiden auch auf ihrer CD mit dem Titel "Verismo" eingesungen, die am Freitag erscheint.

(dpa)
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