Stichwort: Flick-Collection: Eine Privatsammlung vom Feinsten
zuletzt aktualisiert: 21.09.2004 - 15:57Berlin (rpo). Die Flick-Collection gilt als eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen zur zeitgenössischen Kunst. Die Privat-Sammlung von Friedrich Christian Flick, für die er in den 80er Jahren den Grundstock legte, umfasst mehr als 2.000 Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videos und Installationen von 150 Künstlern.
Im Mittelpunkt der Sammlung stehen Werke des amerikanischen Künstlers Bruce Nauman. Darüber hinaus sind Arbeiten von Nam June Paik, Martin Kippenberger, Alberto Giacometti und Pipilotti Rist vertreten. Flick leiht seine Werke der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Dauer von sieben Jahren. Die an den Hamburger Bahnhof angrenzende Rieck-Halle ließ Flick für acht Millionen Euro ausbauen, um seine Sammlung hier zu präsentieren.
Zuvor hatte Flicks Wahlheimat Zürich sein Angebot abgelehnt, die Sammlung zu präsentieren. Begründung: Flicks Großvater hatte ein Rüstungsimperium geleitet, das in der NS-Zeit zehntausende Zwangsarbeiter ausbeutete. Der Konzern war als Waffenlieferant eine der industriellen Hauptstützen des Nazi-Regimes. Flick war auch in die Kritik geraten, weil er sich geweigert hatte, in den Entschädigungsfonds für Zwangsarbeiter einzuzahlen. Stattdessen hatte er aber in Potsdam mit zehn Millionen Mark eine Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz gegründet.
Zur Eröffnung wird die Flick-Collection nicht nur in der Rieck-Halle, sondern im gesamten Hamburger Bahnhof auf 13.000 Quadratmetern Fläche gezeigt. Was mit der Sammlung nach Ablauf der Leihfrist in sieben Jahren geschieht, ist noch unbekannt.
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