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Berlin
Experte für gewaltige Opern: Aribert Reimann zum 80.

Berlin. (w.g.) Er ist immer noch der wichtigste deutsche Opernkomponist der Moderne, obwohl es ein wenig ruhig um ihn geworden ist. Aribert Reimann hat sich ins Herz der deutschen Bühnen gebohrt, seit er in "Lear" das musikalische Theater der Gewalt und Grausamkeit erfand. Die Stücke waren bekannt, aber seine Töne waren neu: unerbittlich, laut, fordernd, oft maßlos. Die Folgewerke "Troades" oder "Medea" hieben in die gleiche Kerbe: Wuchtig und wütend musste es sein - und auf jeden Fall archaisch.

Der 1936 in Berlin geborene Reimann wuchs in einer musikalischen Familie auf, der Vater war Kirchenmusiker, die Mutter Oratoriensängerin. Mit sechs Jahren begann er mit dem Klavierspiel, mit zehn komponierte er Lieder. Er betrieb Kompositionsstudien an der Berliner Musikhochschule, gab bald seine ersten Konzerte als Liedbegleiter, studierte Musikwissenschaft in Wien. 1959 wurde sein Ballett "Stoffreste" nach dem Libretto von Günter Grass in Essen uraufgeführt.

Zunächst war er als Komponist von Liederzyklen bekannt, vertonte Texte großer Dichter der Moderne wie Paul Celan und James Joyce, aber auch von Joseph von Eichendorff. In dieser Zeit hatte er zunächst in Hamburg, dann in Berlin eine Professur für zeitgenössisches Lied. Seine erste Oper kam 1965 in Kiel auf die Bühne, "Ein Traumspiel" nach August Strindberg.

Morgen wird Aribert Reimann, der Berserker mit dem empfindsamen Gemüt, 80 Jahre alt. Wir gratulieren.

Quelle: RP
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