"Ja, es ist ein sexy Film": "300": Regisseur versteht Ärger nicht
zuletzt aktualisiert: 05.04.2007 - 12:20Düsseldorf (RP). "300", der neue Film des Regisseurs Zack Snyder, sorgt für großen Ansturm an den Kinokassen. Aber auch für eine Menge Ärger. Der Iran fühlte sich angegriffen. Snyder kann den Wirbel nicht verstehen. Wir haben mit ihm gesprochen.
Erstmals hat sich ein Land bei der UNO über einen Film beschwert. Haben Sie Verständnis für den Zorn des Iran über die Darstellung der Perser?
Snyder Wenn man den Film als eine ernste Geschichtsaufarbeitung sehen würde, könnte man zum Schluss kommen, dass ich die Perser nicht gerade gut wegkommen lasse. Aber genau das will ich ja nicht. Ich will keine Geschichtslektion.
Aber Sie haben nun mal einen historischen Stoff verfilmt.
Snyder Es ist schon ein Blick in die Geschichte. Aber eben kein ganz genauer. Ich fand die Comic-Vorlage einfach hinreißend. Und nun sitze ich hier und muss Fragen zum politischen Umfeld beantworten. Das ist aber nicht mein Ding. Ich wollte einen Film schaffen, in dem die Menschen zueinander sagen: ,Kannst Du mich mal bitte kneifen?’
Die Ästhetik ist sehr körperbetont.
Snyder Ja, es ist ein sexy Film. Dazu gehört diese Körperlichkeit der Spartaner. Die sahen damals, traut man den Quellen, so oder so ähnlich aus. Ihr Körper war die Waffe. Warum soll ich das nicht zeigen?
Ihnen wird auch vorgeworfen, Propaganda für die USA zu betreiben.
Snyder Junger Filmer wird missbraucht, um fiese Botschaft in die Welt zu tragen? Das klingt einfach zu abgefahren. Wäre schön, wenn ich so etwas mal erleben und später meinen Kindern erzählen könnte. Aber, ich denke, dass diese Leute in Washington nicht so clever wären, etwas Derartiges anzuzetteln. Nein, dieser Film ist kein Auftragswerk, das die islamische Welt in einem schlechten Licht zeigen soll. Es geht um meine Vision eines Frank-Miller-Comics, die einfach nur Spaß machen soll.
Peter Beddies führte das Interview.
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