Comic-Verfilmung "G.I. Joe": Action mit Happy End
VON FRANK NOACK - zuletzt aktualisiert: 13.08.2009 - 02:32(RP). Grün ist die Heide, sang man früher. Heute, im Zeitalter der biologischen Massenvernichtungswaffen, steht Grün nicht mehr für gesunde Landluft, sondern für das Verderben. Erfahrene Kinogänger müssen sich nicht erklären lassen, was passiert, wenn ein gläserner Behälter mit einer grünen Flüssigkeit darin herunterfällt. So etwas bedeutet den Weltuntergang.
Um eine grüne Substanz kämpfen in "G.I. Joe" die Guten und die Bösen. Für diese simple Ausgangssituation muss man dankbar sein, nach den ebenso ambitionierten wie konfusen Actionspektakeln "Transformers 2" und "Terminator 4", die an zu viel Mystik und irrelevanten Nebenhandlungen krankten. "G.I. Joe" besitzt den Mut zur Einfachheit. Regisseur Stephen Sommers will unterhalten.
Der schottische Waffenhändler Destro (Christopher Eccleston) schafft es immerhin, einen Teil von Paris in Schutt und Asche zu legen. Und die Guten, die Männer und Frauen aus der Eliteeinheit Global Integrated Joint Operating Entity (G.I. Joe), helfen ihm dabei. Sie schießen so unbefangen um sich, dass der Film französische Ressentiments gegen die USA reaktivieren dürfte. Dass sogar der Eiffelturm einstürzt, stellt der Film als Lappalie hin – ist ja alles nur ein Spiel. "G.I. Joe" leugnet nie seine Herkunft vom Comic. Die Helden wirken locker und verspielt, und das darstellerische Niveau ist höher als in dem Genre üblich.
Die interessanteste Figur ist die dunkelhaarige Schurkin Baroness, die früher Ana hieß und blond (also gut) war. Sie wird von Sienna Miller verkörpert, von der Illustrierten-Leser alles mögliche wissen: dass sie die Ehe von Jude Law zerstört hat und so weiter. Kaum jemand weiß, dass Sienna Miller eine Schauspielerin ist, die sich auf der Londoner Bühne als Rosalind in Shakespeares "Wie es euch gefällt" bewährt hat. In "G.I. Joe" verleiht sie ihrer Figur Tiefe.
Darf man verraten, dass diese Schurkin gar keine ist? Doch, man darf. Es wäre doch schade, wenn der Held Duke (Channing Tatum) seine große Liebe verlieren müsste. Was diese Frau Böses getan hat, das tat sie nur unter Drogen. Man wünscht ihr das Happy End ebenso wie eine Fortsetzung, damit Sienna Miller endlich ihren Durchbruch im Kino erlangt und das Image des Partyluders los wird.
Bewertung: 3 von 5 Sternen
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