Gala in Berlin: "Alles auf Zucker" großer Sieger des Filmpreises
zuletzt aktualisiert: 09.07.2005 - 11:16Berlin (rpo). Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin hat die Komödie "Alles auf Zucker" kräftig abgesahnt. In dem Film des Schweizer Regisseurs Dani Levy muss sich ein zerstrittenes Bruderpaar versöhnen, um das Erbe seiner Mutter antreten zu können. Die Komödie gewann am Freitagabend sechs der begehrten Auszeichnungen, unter anderem den Filmpreis in Gold für den besten Film.
Zum ersten Mal verlieh die 2003 gegründete Filmakademie den mit knapp 2,9 Millionen Euro höchst dotierten Kulturpreis in Deutschland. Die rund 2.200 Gäste in der Philharmonie erlebten eine glanzvolle Gala mit einem gut aufgelegten Moderator Michael "Bully" Herbig. "Haben Sie Spaß, genießen Sie den Abend, seien Sie stolz auf das deutsche Kino", rief er zu Beginn - das klappte. Den Filmpreis in Silber holten "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner und "Sophie Scholl" von Marc Rothemund.
Zum besten Schauspieler kürte die Filmakademie Henry Hübchen ("Alles auf Zucker"). Beste Schauspielerin wurde Julia Jentsch für ihre Rolle in dem Film "Sophie Scholl - Die letzten Tage", für die sie bereits den Silbernen Bären auf der Berlinale gewonnen hatte. Am emotionalsten verlief die Ehrung für den Regisseur Reinhard Hauff ("Stammheim"), der den Ehrenpreis für seine Verdienste um den deutschen Film bekam und dem das Publikum lange stehend applaudierte.
"Der Untergang" großer Verlierer
Erstmals wählte nicht eine unabhängige Jury aus Politikern, Kirchenvertretern und Kritikern, sondern die Filmakademie die Preisträger. Begründet wurde die Neuerung damit, dass ausschließlich Fachleute über die Vergabe bestimmen sollten. Sie hatte aber auch für Kritik gesorgt: Befürchtet wurde, dass kleine, künstlerisch wertvolle Filme künftig keine Chance mehr hätten, da Branchen-Größen wie Filmproduznet Bernd Eichinger bestimmten.
Sie wurden bei der Wahl eines Besseren belehrt: Eichingers "Der Untergang", nominiert für den Oscar, ging völlig leer aus. Noch nicht einmal in einer Nebenkategorie wurde er ausgezeichnet.
Der Preis für die beste Regie ging an Levi "Alles auf Zucker". Die Auszeichnung für die beste weibliche Nebenrolle erhielt Katja Riemann ("Agnes und seine Brüder"), als bester Nebendarsteller wurde Burghart Klaußner ("Die fetten Jahre sind vorbei"). Bester Kinder- und Jugendfilm wurde "Lauras Stern" von Thilo Rothkirch und Maya Rothkirch. Zum besten Dokumentarfilm wurde "Rhythm is it!" gewählt, der erzählt, wie Simon Rattle mit seinen Berliner Philharmonikern Kinder und Jugendliche zu einem Tanzprojekt animierte.
Kulturstaatsministerin Christina Weiss sagte, die Nominierungen hätten gezeigt, mit welch großem Fingerspitzengefühl und Qualitätsbewusstsein die Akademiemitglieder votiert hätten. Sie finde es gut, dass der Preis nun von der Bundesregierung und der Filmakademie gemeinsam vergeben und zelebriert werde.
Für Glanz sorgten auch Stars wie Heike Makatsch, Til Schweiger, Wim Wenders, Iris Berben, Daniel Brühl und Jessica Schwarz.
Im vergangenen Jahr war Fatih Akins "Gegen die Wand" großer Sieger. Die Geschichte des Deutschen Filmpreises begann 1951. Damals räumte der Kästner-Klassiker "Das doppelte Lottchen" in allen Kategorien ab. Seitdem wird der Preis jährlich vergeben. Die Preisgelder sind zweckgebunden für neue Produktionen.
http://www.deutscherfilmpreis.de/
http://www.deutsche-filmakademie.de/
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