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Arnies 70. Geburtstag
10 Gründe, warum Arnold Schwarzenegger ein Held ist

Arnold Schwarzenegger wird 70: 10 Gründe, warum Arnie ein Held ist
Arnold Schwarzenegger feiert am Sonntag seinen 70. Geburtstag. FOTO: dpa, apc pro lof
Düsseldorf. In seinen Filmen rettete Arnold Schwarzenegger die Menschheit regelmäßig, befreite schon ganze Galaxien. Mit seinem stählernen Körper erreichte er die höchsten Bodybuilder-Titel, wurde siebenfacher Mr. Olympia und fünffacher Mr. Universum. Und als er sich der Politik widmete, kletterte er die Karriereleiter hoch bis zu Kaliforniens 38. Gouverneur. Von Beate Wyglenda

Längst ist die "steierische Eiche" zu einer lebenden Legende geworden, zur Ikone einer ganzen Generation. Für uns ist er aber aus ganz anderen Gründen ein Held. Zu seinem 70. Geburtstag haben wir zehn davon gesammelt:

1. Er rettete einem Mann das Leben

Aus seinen Filmen ist Arnie als lebensrettender Held ja bekannt. Doch nur wenig Menschen wissen, dass er in seinem Urlaub am Strand der Hawaii-Insel Maui tatsächlich mal einen Mann vor dem Ertrinken gerettet hat.

Der Muskelmann tummelte sich mit seiner früheren Frau Maria Shriver im Wasser, als er in den Wellen einen Mann bemerkte, "der offensichtlich in Schwierigkeiten steckte". Der Wellenreiter trieb mit seinem Surfbrett rund hundert Meter vor der Küste im Meer herum. Aus eigener Kraft konnte er nicht mehr zurückkehren, weil er unter Muskelkrämpfen litt.

Also schwamm Arnie zu dem Mann hinüber und zog ihn an seinem Brett wieder zurück zum Strand. Klingt nach einer Hollywood reifen Vorstellung? Richtig. Und einen markanten Spruch hatte Arnie für den Surfer auch noch parat: Er setzte sich neben den dankbar Geretteten in den Sand und empfahl lässig, "erstmal 30 Minuten auszuruhen".

Schwarzenegger sieht Klitschko-Kampf in London FOTO: ap

2. Er macht seine Stunts, ohne mit der Wimper zu zucken

Als Terminator hat er selbst deutlich höher entwickelte Androiden wie dem T-1000 und T-X ordentlich vermöbelt, kämpfte auch dann weiter, als sein halbes Gesicht zerfetzt war. Am Ende des zweiten Terminator-Teils opferte er – fast schon wie eine Vaterfigur – sogar sein eigenes "Leben" für John Connor.

Geschenkt! Arnie ist in seiner Paraderolle als Cyborg ein Held für uns, weil er all diese Dinge machte, ohne einmal mit der Wimper zu zucken. Denn, naja, leblose Kampfmaschinen blinzeln nun mal nicht. Was simpel klingt, ist in Wahrheit eine Meisterleistung. Gerade bei Stunts, Lichteffekten und Knallgeräuschen ist es mühsam, diese unbewusste Reflexhandlung unter Kontrolle zu kriegen.

Deshalb bekam Arnie, als er zehn Jahre nach seinem letzten Auftritt für "Terminator 5: Genisys" wieder vor der Kamera stand, auch Nachhilfe im Maschine sein. "Nicht zu blinzeln war vor allem während einer Schießerei sehr schwer zu bewerkstelligen, zwischen den lauten Geräuschen und Lichtern", erklärte der Actionheld selbst.

Schwarzenegger sieht Bayern-Remis FOTO: Screenshot Sky

3. "I'll be back" gehört zu den berühmtesten Filmzitaten

Sein starker steirischer Akzent machte es Schwarzenegger nicht gerade einfach, als Schauspieler in den USA durchzustarten. Da kam es ihm wohl recht, als Cyborg in dem Film "Terminator" nicht viel sagen zu müssen.

Im ersten Teil der Terminator-Reihe spricht der Actionheld gerademal 17 Sätze, oder genauer gesagt 70 Wörter. Umso bemerkenswerter also, dass seine Catchphrase "I'll be back" (Ich kommen wieder) vom American Film Institute auf Platz 37 in der Liste der 100 berühmtesten Filmzitate gewählt wurde.

Dabei stand dieser Ausspruch bei den Dreharbeiten sogar auf der Kippe. In einem Interview erzählte Arnie selbst, dass er solche Probleme bei der Aussprache des "I'll" hatte, dass er Regisseur James Cameron damals darum bat, den Satz in "I will be back" ändern zu dürfen. Doch Cameron hielt an dem ursprünglichen Spruch fest, beruhigte Arnie jedoch, dass die Aufnahme so oft wie eben nötig gedreht werde und am Ende die beste Version in den Film komme. Vielen Dank, Herr Cameron!

Fotos: Katherine Schwarzenegger auf dem roten Teppich FOTO: afp, mjw

4. Er war schon vor seinem Durchbruch als Filmstar Millionär

Arnie hat nicht nur Muskeln, sondern auch was im Köpfchen. Seine ersten Millionen machte er lange vor seinen Filmen. Der Actionheld studierte in den USA internationale Wirtschaftslehre an der University of Wisconsin und investierte anschließend das Geld, das er in verschiedenen Body-Building Wettbewerben gewonnen hatte, in Immobilien und einen Versandhandel für Body-Building Zubehör. Noch vor seinem 30. Geburtstag war Arni Millionär.

Zum Vergleich: Für seinen ersten Film "Hercules in New York” (1969) erhielt er – damals noch unter dem Pseudonym Arnold Strong – eine Gage von 12.000 US-Dollar. Auch der erste "Terminator", mit dem Arnie endgültig den Durchbruch als Schauspieler schaffte, musste mit einem relativ geringen Budget auskommen. Der Hauptdarsteller bekam rund 75.000 US-Dollar.

5. Er stammt aus armen Verhältnissen

Privilegiert wuchs die "steirische Eiche" sicherlich nicht auf. Im Gegenteil: Seine Familie lebte in der Gemeinde Thal bei Graz in bescheidenen Verhältnissen. Arnis Eltern erzogen ihn streng. Doch dadurch lernte er schon früh zwei für seinen Erfolg wichtigen Dinge: harte Arbeit und Disziplin.

Schon mit zehn Jahren hatte Arnie seinen ersten Job. Er verkaufte Eis am See, wie er bei Twitter berichtete. Später arbeitete er als Stallknecht, Wächter in einer Glasfabrik, im Hardware-Verkauf, als Bäcker, Panzerfahrer und Personaltrainer.

Mit weitgehend leeren Taschen kam der Österreicher 1968 auch in die USA. Dort gründete er 1971 mit seinem besten Freund Franco Columbu, einem italienischen Box- und Bodybuilding-Champion, der in Deutschland gelebt hatte, einen Maurerbetrieb. Und weil in den USA alles Europäische als besonders hochwertig galt, lief das Geschäft der Freunde sogar recht gut.

Arnie verkörpert den Inbegriff des amerikanischen Traums. Er bekam nichts geschenkt, sondern arbeitete sich hoch, sprichwörtlich vom Tellerwäscher zum Millionär.

6. Er las Donald Trump per Videobotschaft die Leviten

Schwarzenegger galt lange Zeit als Haudrauf-Republikaner, war 2003 bis 2011 republikanischer Gouverneur Kaliforniens. Trotzdem hat er ausgerechnet unter den Konservativen seinen persönlichen Erzfeind gefunden: Donald Trump.

Schwarzenegger machte nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber dem US-Präsidenten. Bereits vor der Wahl hatte er angekündigt, aufgrund von Trump zum ersten Mal seit seiner US-Einbürgerung 1983 nicht für die Republikaner zu stimmen. Trump sei der "Schluckauf der Geschichte" sagte Arnie.

Nach Trump Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen, wandte sich Arnie in einer Videobotschaft aber direkt an seinen Gegenspieler: Ein einziger Mann könne die Umstellung auf erneuerbare Energien nicht aufhalten, sagte der Actionheld in dem Video, das millionenfach aufgerufen wurde. Trumps erste Aufgabe als US-Präsident sei es, seine Leute zu schützen. "Wir können uns nicht zurücklehnen und nichts tun, während Menschen krank werden und sterben", las er Trump die Leviten.

Am Beispiel Kaliforniens machte er deutlich, dass Umweltschutz und die damit verbundenen neuen Technologien die Wirtschaft ankurbeln würden. Sein Aufruf an Trump: "Bitte, Mr. President, wählen Sie die Zukunft."

7. Er ist ein waschechter Ritter

Wenige Tage vor Ende der Amtszeit Francois Hollandes, ernannte Frankreichs Staatschef Schwarzenegger im Elysee- Palast noch zum Kommandanten der französischen Ehrenlegion. Damit ist Arnie ein Ritter Frankreichs. Die Auszeichnung erhielt er für sein Engagement für den Umweltschutz.

Der 1802 von Napoleon Bonaparte gestiftete Orden der Ehrenlegion war ehemals ein Ritterorden und ist heute die ranghöchste Auszeichnung Frankreichs. Die Einteilung gliedert sich in fünf Ordensklassen: Großkreuz (maximal 75 Personen), Großoffizier (maximal 250), Kommandeur (maximal 1.250), Offizier (maximal 10.000) und Ritter (maximal 125.000).

Arnie bekam als Kommandeur der Ehrenlegion den Halsorden am Bande verliehen.

8. Er gibt etwas zurück

In seiner Rede anlässlich der Verleihung der Doktorwürde von der Universität von Kalifornien (Ja, Arnie hat drei amerikanische Ehrendoktortitel und einen Professorentitel) legte der Gouverneur vor tausenden Absolventen seine "Sechs Regeln des Erfolgs" dar.

Neben den Leitsätzen "Vertraue dir selbst", "Breche die Regeln" (gemeint ist: finde innovative Ansätze), "Habe keine Angst zu scheitern", "Höre nicht auf Nein-Sager" und "Reiß dir den Arsch auf" erntete Arnie vor allem mit der sechsten Regel "Gib etwas zurück" Sympathien. "Es sind nicht Erfolg und Reichtum, die glücklich machen. Rauszugehen und anderen Menschen helfen. Das ist es, was dich glücklicher und zufriedener macht als alles andere", erklärte der Terminator-Darsteller in seiner Rede.

Arnie selbst hat sich an diese Maxime gehalten: Unter anderem spendete er der privaten Universität von Südkalifornien (USC) ein neues Institut, in dem kluge Köpfe überparteilich an gesellschaftspolitischen Problemlösungen arbeiten sollen, er organisierte diverse Benefizveranstaltungen für Kinder in Not und verteilte an Thanksgiving Truthähne an bedürftige Kinder. Und natürlich kommt sein Engagement für den Umweltschutz dazu.

9. Er war mit einer echten Kennedy verheiratet

Ausgerechnet der Einwanderer mit dem unauslöschlichen österreichischen Akzent heiratet 1986 eine Nichte des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy.

25 Jahre währte die Ehe mit der Fernsehjournalistin Maria Shriver. Das Paar bekam mit Katherine Eunice (*1989), Christina Maria Aurelia (*1991), Patrick Arnold (*1993) und Christopher Sargent Shriver (*1997) vier Kinder.

Doch mit der Heirat 1983 wurde Arni zugleich in die wohl bedeutendste Dynastie von Persönlichkeiten der Demokratischen Partei aufgenommen – das Kuriose dabei: er blieb auch weiterhin überzeugtes Mitglied der Republikaner.

Die Beziehung scheiterte letztlich an Arnis Untreue. Er gestand seiner Frau ein Verhältnis mit der früheren Haushälterin Mildred Patricia Baena, woraus ein Sohn hervorgegangen war. "Ich habe einen Riesenfehler begangen, ich ganz allein", sagt Schwarzenegger in einem Interview. Heute sei sein Verhältnis zu Shriver gut und zu ihren vier gemeinsamen Kindern "fantastisch".

10. Er altert in Würde

Zugegeben, die grauen Strähnchen lässt er sich färben. Und ein Facelifting hat der Actionheld auch schon hinter sich. Doch wenn man bedenkt, dass gerade Bodybuilder sehr eitel sind, was ihren Körper betrifft, muss man anerkennen: Arnie kommt mit dem Älterwerden gut zurecht.

Anders als manche seiner muskulösen Schauspielerkollegen – Mickey Rourke oder Sylvester Stallone zu Beispiel – hat Schwarzenegger sich bislang nicht zur Unkenntlichkeit operieren lassen. In einem Interview zum Film "Terminator: Genysis" (2015) sagte Arnie mit Blick auf seine schwindenden Muskeln und Kräfte: "Das macht mir nichts aus. Zumindest noch nicht. Ich kann natürlich nicht sagen, wie ich darüber in zehn Jahren denke." Jetzt zumindest fühle er sich "großartig". 

 
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