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"Transformers – Die Rache": Auf der Flucht vor Killer-Robotern

VON FRANK NOACK - zuletzt aktualisiert: 25.06.2009 - 10:43

(RP). "Transformers – Die Rache" ist eine zweieinhalbstündige Leistungsschau der aktuellen Tricktechnik. Sogar die altägyptischen Pyramiden werden von Robotern demoliert. Ein spannendes Drehbuch gibt es leider nicht, dafür einen netten Helden: Shia LaBeouf.

 Foto: Paramount
Foto: Paramount

Auf Kritiker ist der Regisseur Michael Bay nicht gut zu sprechen. Er verachtet sie, weil sie ihn verachten. Und er verweist stolz auf die herausragenden Einspielergebnisse, die seine lärmenden Action- und Kriegsfilme "The Rock", "Armageddon" und "Pearl Harbor" erzielt haben. Wer schlecht über ihn schreibt, das redet er sich ein, der ist einfach nur neidisch auf seine Millionen. Tatsächlich hat er selbst allen Grund, neidisch zu sein: auf Kollegen wie Steven Spielberg, James Cameron und Peter Jackson, die an den Kinokassen erfolgreich sind und trotzdem gute Kritiken und Regie-Oscars gewonnen haben.

Es ist aber auch schwer, einen Regisseur zu mögen, der sich mehr für Metall als für Menschen interessiert, der völlig ironiefrei dem Militarismus huldigt, und dessen visuelles Markenzeichen ein Hubschrauber vor einer untergehenden Sonne ist. Seine Zielgruppe – daraus macht er kein Geheimnis – sind männliche Teenager. Auf deren Gefolgschaft ist er stolz. Ein männlicher Teenager stand im Mittelpunkt seines letzten Blockbusters, "Transformers", und davon gibt es jetzt eine Fortsetzung. Sam Witwicky (Shia LaBeouf) ist ein Durchschnittsjunge mit Spezialkenntnissen, um dessen Dienste verschiedene Mächte kämpfen: die bösen Deceptions, die guten Autobots und das Militär.

Die Deceptions und Autobots sind Killer-Roboter vom Planeten Cybertron und können metallene Gegenstände animieren, sie mit Armen und Beinen versehen – und zwar alles vom Lieferwagen bis zum Toaster. Daraus ergeben sich lustige Effekte, nicht umsonst werden die "Transformers"-Filme kräftig von der Spielwarenindustrie unterstützt. Es gibt auch weniger lustige Effekte, da die Deceptions ganze Armeeeinheiten vernichten. Der Film schwankt somit zwischen charmant-chaotischen häuslichen Szenen und patriotisch-militaristischen Passagen, die schlecht miteinander harmonieren.

Die Schauspieler müssen sich in solch einem Film damit begnügen, die Augen aufzureißen und mit offenem Mund auf vorbeifliegende Metallteile zu reagieren. Shia LaBeouf bewährt sich dennoch als liebenswerter, schüchterner Held in der Tradition von James Stewart und Tom Hanks. Gern würde man ihn einmal in einem anspruchsvolleren Film sehen, aber sorgen muss man sich nicht: Wer selbst in "Transformers" einen guten Eindruck als Darsteller hinterlässt, den kann wirklich nichts umhauen.

Dagegen steht Megan Fox auf verlorenem Posten. Sie kann wunderschön aussehen, in Talkshows hat sie Witz und Intelligenz bewiesen. Aber Michael Bay, das hat er bereits in seinen früheren Filmen bewiesen, mag keine Frauen. Er mag nur Häschen – Playboy-Häschen. Bei ihrem ersten Auftritt als Sams Freundin Mikaela wäscht Megan Fox ein Motorrad in einer unbequemen, aber erotisch gemeinten Stellung. Mit knappen Jeans beugt sie sich über das Gefährt, die Beine gespreizt und das Gesäß in die Kamera gestreckt. Dazu schaut sie herausfordernd, obwohl niemand zum Flirten vor ihr steht.

Solche Posen werden längst in der Werbung parodiert, aber Bay meint es ernst. Es gibt ein wenig Beziehungsstress, weil Sam auf die Uni geht und Mikaela nicht mehr so oft sehen wird. Auf der Uni wird er sich auf keinen Fall langweilen, denn er teilt das Zimmer mit Computerfreaks (Bays Zielgruppe), und ansonsten studieren hier ausnahmslos Playboy-Häschen, die sich immer gerade auf dem Weg zum Duschraum befinden und entsprechend gekleidet sind. Sams Mutter ist eine Witzfigur. Bay hält nichts von sexueller Gleichberechtigung. "Transformers – Die Rache" ist ein reiner Jungsfilm.

Bewertung: 2 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
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