Investoren setzen auf neue Strategie: Babelsberg: Mehr internationale Kinofilme
zuletzt aktualisiert: 22.07.2004 - 09:32Potsdam (rpo). Um die Babelsberger Filmstudios in die schwarzen Zahlen zu führen, wollen die neuen Investoren vermehrt auf Kino-Großproduktionen setzen. Geeignet scheinen die Studios dafür durchaus zu sein: Mit Roman Polanskis "Der Pianist" und Tom Cruise' "Mission Impossible" wurde ein Anfang gemacht.
Der bisherige Eigentümer Vivendi hatte die Babelsberger Studios für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro an die Investoren Carl Woebcken und Christoph Fisser verkauft. Der Kaufvertrag wurde am Mittwoch vergangener Woche notariell beurkundet.
Woebcken sagte, wenn der Mythos Babelsberg überleben solle, müsse das Wirtschaftsunternehmen auf solide Füße gestellt werden. Daher seien "Anpassungen im Kostenbereich" nötig. Es werde einen "geringfügigen" Personalabbau geben.
Wirtschaftliche Erfolge konnte das Unternehmen bisher nicht nachweisen, da die Leistungsstruktur nicht darauf ausgerichtet sei, innerhalb der bisherigen Rahmenbedingungen profitabel zu arbeiten. Zudem sei die Auslastung nicht ausreichend und durch die Fokussierung auf Kinofilme sehr zyklisch.
Die Geschäftsgrundlage solle nun durch Fernsehproduktionen auf eine breitere Basis gestellt werden, kündigte Woebcken an. Dazu seien bereits Kooperationsgespräche aufgenommen worden. Hauptstrategie bleibe dennoch die Ausrichtung auf großes, internationales Kino. Babelsberg solle als Premium-Produktionsdienstleister im europäischen Wettbewerb etabliert werden.
Betriebsratschef Jan-Peter Schmarje sagte, das von den Investoren vorgestellte Konzept sei das einzige, das in Babelsberg funktionieren könne. Die Investoren wollten bis 2007 aus den Studios ein florierendes Unternehmen machen.
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