Venedig: Ben Affleck: Super als Superman!
VON DÖRTE LANGWALD - zuletzt aktualisiert: 31.08.2006 - 20:52Venedig (rpo). Gut gelaunt präsentierte Ben Affleck seinen neuen Film „Hollywoodland“ beim Filmfest in Venedig. Der Grund für seine Heiterkeit: Endlich wieder konnte der 34-Jaehrige die internationalen Kritiker von seinen schauspielerischen Leistungen überzeugen.
Nachdem er in den vergangenen Jahren durch seine Beziehung mit Jennifer Lopez und eine Reihe von Kinoflops eher negative Schlagzeilen gemachte hatte, ließ sich Affleck nun verdient für seine Rolle als ehemaliger Superman-Darsteller George Reeves feiern.
Ein Comeback im Cape – ausgerechnet! Dabei hatte Affleck doch gerade für seine Rolle als Comic-Held „Daredevil“ 2003 vernichtende Kritiken kassiert. Doch derartige Filmfehltritte gehören nun der Vergangenheit an. Das Showbiz gilt nicht umsonst als schnelllebige Welt. Und so eroberte Ben Affleck sich mit einzigen Film die Gunst der Kritiker zurück. Hellauf begeistert zeigten sich die Journalisten von seiner ebenso gefühlvollen wie auch herrlich selbstironischen Porträtierung des Superhelden-Darstellers George Reeves.
Dieser war in den 50er Jahren mit der TV-Serie „The Adventures of Superman“ zu Ruhm gekommen, hatte jedoch unter dem Image der Actionikone stark gelitten. Festgelegt auf das Rollenklischee eines bärenstarken Mucki-Mannes bemühte sich Reeves immer wieder vergeblich um Parts in anspruchsvolleren Filmen. Als Schauspieler gescheitert und auch menschlich vereinsamt, nahm sich Reeves 1959 unter mysteriösen Umständen das Leben.
In eleganten Film-noir-Bildern beleuchtet „Hollywoodland“ den „Fall Reeves“ auf zwei Zeitebenen: Während die erste Handlungsebene vom tragischen Aufstieg und Fall des Supermann-Stars erzählt, dreht sich ein zweiter Handlungsstrang um den ambitionierten, aber abgehalfterten Privatdetektiv Louis (ebenfalls grossartig: Adrien Brody), der posthum herausfinden will, ob George Reeves tatsächlich Selbstmord beging, oder das Opfer einer tödlichen Intrige wurde.
Bei der Filmpremiere in Venedig sagte Ben Affleck, dass er durchaus Parallelen zwischen sich selbst und George Reeves ziehen könne. „Ich kenne das Gefühl, wenn sich alle Welt viel mehr fuer dein Privatleben interessiert, als für deine schauspielerischen Leistungen. Privat- und Berufsleben laufen bei Hollywood-Schauspielern oftmals auf einer Parallelspur - die Leute unterscheiden diesbezüglich einfach nicht.
Aber das ist nun mal der Tanz, den man als Star tanzen muss“. Sein Co-Star Adrien Brody fügte hinzu: „Der Job eines Schauspielers besteht darin, glaubwürdig zu wirken. Das Fatale daran ist: Die Leute glauben, dich zu kennen, weil sie dich auf der Leinwand in den intimsten Momenten und Gefühlslagen beobachtet haben. Nur vergessen sie dabei, dass sie den Schauspieler Adrien Brody gesehen haben, und nicht den Privatenmenschen“.
George Reeves wurde durch seinen ebenso frühen wie auch rätselhaften Tod zu einer Hollywood-Legende. Ben Affleck warnte angehende Stars jedoch scherzhaft davor, diesen „Karriereschritt“ nachzuahmen: „Ich weiss, dass es in Hollywood eine Menge Leute gibt, die zu allem bereit wären, um berühmt zu werden. Ich empfehle trotzdem, lieber lebendig zu bleiben, anstatt sich aus Ehrgeiz umzubringen“.
„Hollywoodland“ kommt Anfang 2007 in die deutschen Kinos.
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