Mit Glanzrolle "Gandhi" zu Weltruhm und Oscar: Ben Kingsley wird 60 Jahre alt
zuletzt aktualisiert: 31.12.2003 - 09:02Frankfurt/Main (rpo). Vielleicht wird das ein verspätetes Geburtstagsgeschenk: Ben Kingsley wurde für seine Rolle im demnächst anlaufenden Film "House of Sand and Dog" für einen Golden Globe nominiert. Der britische Schauspieler, der als "Gandhi" berühmt wurde, feiert Silvester seinen 60. Geburtstag.
Er war der kommunistische Revolutionär Lenin, der Nazi-Jäger Simon Wiesenthal, ein lateinamerikanischer Folterknecht, der biblische Held Moses, ein berüchtigter amerikanischer Gangsterboss und auch der jüdische Buchhalter Itzka Stern, der von Oskar Schindler gerettet wurde. Vor allem aber war Ben Kingsley jene indische Ikone der Gewaltlosigkeit, die der britische Schauspieler 1983 in der Titelrolle von Richard Attenboroughs Epos "Gandhi" verkörperte. Am letzten Tag 2003 wird Kingsley 60 Jahre alt.
Dass niemand anderes als dieser eher schmächtige Mann in dem mit acht Oscars belohnten Film Mahatma Gandhi spielen würde, lag nicht nur an äußerlicher Ähnlichkeit Kingsleys mit der Gründerfigur des nachkolonialen Indiens. Es war auch schicksalhaft fast vorbestimmt, entstammt doch der Brite, der eigentlich Krishna Bhanji heißt, der Ehe zwischen einem indischen Arzt und einer englischen Schauspielerin. In der Grafschaft Yorkshire geboren, wuchs Kingsley in Manchester auf, wo der Vater auch seine Praxis hatte. Auch der Sohn wollte eigentlich ein Medizinstudium beginnen, doch es kam anders.
Denn der junge Mann wurde Mitglied einer reisenden Theatergruppe, nachdem er zuvor nicht auf die Schauspielschule aufgenommen wurde. Doch bereits 1970 wurde Kingsley Mitglied der berühmten Royal Shakespeare Company. Dort feierte er Triumphe in den großen klassischen Rollen, auch als Hamlet und Othello. Es konnte nicht ausbleiben, dass sich auch der Film für den Darsteller mit den eindrucksvollen dunklen Augen interessierte. Die erste ganz große Rolle brachte dann auch jenen Weltruhm, von dem der Brite bis heute zehren kann.
Mit einer Deutschen verheiratet
Wer ihn als Leiter der Jury der Berliner Filmfestspiel 1998 erleben konnte, sah einen sehr bescheiden und sympathisch agierenden Star, dem glamouröse Auftritte eher fremd sind. Seit 1978 mit einer Theaterregisseurin verheiratet, ist Kingsley Vater von drei Söhnen und einer Tochter. Im Januar 2002 lernte er in Berlin bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises die 31 Jahre jüngere deutsche Werbekauffrau Alexandra Christmann kennen. Im Oktober dieses Jahres wurde bekannt, dass sie geheiratet haben.
Auch wenn der Filmstar in den letzten Jahren selten in bedeutenden Hauptrollen auf der Leinwand agierte, sichert er doch jeder Produktion, die seinen Namen aufs Plakat bringen kann, einen besonderen Rang. Denn Ben Kingsley ist und bleibt ein Charakterschauspieler von Rang, der auf der Bühne wie im Kino besondere Wirkung erzielt und Charisma hat.
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