Scientologe Tom Cruise: Bendlerblock bleibt für Stauffenberg-Film tabu
zuletzt aktualisiert: 30.06.2007 - 14:45Berlin (RPO). Tom Cruise, Hollywood-Star und bekennender Scientologe, bemüht sich seit Wochen um eine Drehgenehmigung für den Berliner Bendlerblock. Ein Sprecher des Finanzministeriums bestätigte, dass Tom Cruise für die Ende Juli in Berlin angesetzten Dreharbeiten für den US-Thriller "Valkyrie" über das Hitler-Attentat keine Drehgenehmigung habe.
Die dem Bund gehörende und von der Bundesimmobilienanstalt verwaltete Liegenschaft sei ein Ort der Trauer und Erinnerung.
"Man kann und sollte so einen Platz nicht für drei Tage seiner Würde berauben und zur Kulisse umwandeln", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Samstag in Berlin. Der Bendlerblock habe eine andere Bedeutung, als dass man mit ihm alles machen könne, fügte der Sprecher hinzu.
Gleichwohl begrüßte er, dass der Film sich mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 beschäftige und das Thema einem breiten Publikum zugänglich mache. Der Bund sei auch bemüht, die Dreharbeiten an vielen Orten in Berlin zu ermöglichen und zu unterstützen. Der Bendlerblock allerdings bleibe tabu.
Das Studio Babelsberg hatte dem Sprecher zufolge beim Finanzministerium um Drehgenehmigungen an mehreren historischen Orten in Berlin angefragt, darunter neben dem Bendlerblock auch für den Platz der Luftbrücke.
Cruise spielt in dem Film den Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der im Bendlerblock als Sitz des Heeresamts sein Arbeitszimmer hatte und von dort mit anderen das Attentat auf Adolf Hitler plante. Nach dem gescheiterten Anschlag wurden Stauffenberg, Friedrich Olbricht, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Werner von Haeften im Hof des Gebäudes erschossen. Heute befindet sich dort die Gedenkstätte deutscher Widerstand.
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