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Berlinale: Demi Moore stiehlt ihrem Regisseur die Show

zuletzt aktualisiert: 11.02.2009 - 19:22

Berlin (RPO). US-Schauspielerin Demi Moore war Mittelpunkt der Vorstellung ihres neuen Films "Happy Tears" bei der Berlinale. Trotz ihrer 46 Jahre überstrahlte sie alles mit ihrer jugendlichen Schönheit. Dabei ist die Leistung von Regisseur Mitchell Lichtenstein eigentlich viel bemerkenswerter. Gleich mit seinem zweiten Film landete er im Wettbewerb.

Der Hingucker bei der Vorstellung des Films "Happy Tears" (Freudentränen) bei der Berlinale war ohne Zweifel Demi Moore. Gut gelaunt und mit einem jugendlichen Lächeln präsentierte sie sich im Punktekleid den Fotografen. Vielleicht lag das auch an ihrer Begleitung, Ehemann Ashton Kutcher. Der Hollywood-Star nutzte die Vorstellung des neuen Films gleich für eine kleine Liebeserklärung an ihren Gatten. Sie sei so glücklich, dass er sich Zeit dafür genommen habe, betonte die 46-Jährige und schwärmte von der "unglaublichen Liebe und Unterstützung", die sie durch den 31-Jährigen erfahre.

Der heimliche Star des Abends war aber ein anderer: Mit seinem zweiten Spielfilm "Happy Tears" ist US-Regisseur Mitchell Lichtenstein gleich im Wettbewerb der Berlinale gelandet. Er trägt selbst einen prominenten Namen: Der 52-Jährige, der 2007 in der Panorama-Sektion sein Spielfilmdebüt "Teeth" vorgestellt hatte, ist der Sohn des Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein (1923-1997). "Happy Tears" heißt ein Kunstwerk seines Vaters, und der Filmtitel ist laut Lichtenstein auch eine kleine Verneigung vor ihm.

Der Film dreht sich um zwei Schwestern, die sich um ihren senilen Vater kümmern müssen. Im Film ist Protagonistin Jayne (Parker Posey) mit dem wohlhabenden Jackson (Christian Camargo) verheiratet, dem Sohn eines berühmten Künstlers. Der verwaltet das Werk seines verstorbenen Vaters, zu dem er eine problematische Beziehung hatte. Parallelen gibt es für Lichtenstein nicht. Er selbst habe kein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater gehabt. "Ich wusste immer, dass ich geliebt und anerkannt wurde", betonte er. Und zum Glück müsse er auch nicht den Nachlass seines Vaters verwalten, fügte Lichtenstein hinzu.

Zentrale Vaterfigur in "Happy Tears" ist Joe (Rip Torn), der an zunehmender Demenz leidet und Hilfe braucht. Deshalb ziehen die unterschiedlichen Schwestern Jayne und Laura (Moore) eine Weile zu ihrem alten Herrn. Keine leichte Sache, gilt es doch etwa, dem inkontinenten Joe den Hintern abzuwischen. Das Thema Senilität behandelt Lichtenstein dennoch eher leichtfüßig, überhaupt ist "Happy Tears" kein Drama, sondern bietet recht viel zu lachen.

Der verwitwete Joe ist immer noch ein Haudegen, vulgär und mit einer ziemlich verlebten Freundin (Ellen Barkin), die angeblich Krankenschwester ist. "Jemand sagte mal zu mir: Du solltest dich mal selber spielen", berichtete der 78-jährige Texaner Torn bei der Vorstellung des Films. Nach und nach müssen sich Jayne, die sich immer wieder aus der unangenehmen Realität in surreale Träume flüchtet, und Laura auch mit sich selbst und ein paar unbequemen Wahrheiten auseinandersetzen. "Freudentränen" gibt es dabei auch.

Moore beschrieb "Happy Tears" als sehr charmanten Film, der ein wenig außerhalb gängiger Erwartungen operiere. Lichtenstein hatte bei der Besetzung der 46-Jährigen gereizt, sie einmal nicht in einer glamourösen Rolle auf der Leinwand zu sehen. Es sei spannend gewesen, Moore als eine ganz normale Frau zu beobachten.

Moore und Posey lobten zudem ihre Zusammenarbeit als Filmschwestern. Diese sei sehr angenehm gewesen, sagte Posey. "Wir sind als Freunde auseinandergegangen", betonte Moore. "Das ist nicht immer der Fall." Am Abend sollte "Happy Tears" auf der Berlinale Weltpremiere feiern.

Quelle: DDP

 
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