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Filmfestival 2016
Unsere Lieblingsmomente der Berlinale

Die Highlights der Berlinale 2016
Dieser Sinnspruch gefiel unserem Autoren sehr. FOTO: Philipp Holstein
Berlin. Abseits der großen Vorführungen kann man kleine Begebenheiten beobachten, die die Stimmung des Festivals charakterisieren. Einige haben wir aufgeschrieben. Von Philipp Holstein

  1. Im bosnischen Wettbewerbsbeitrag "Mort á Sarajevo" breitet der Wachmann in einem Hotel sein Kokain auf seinem Smartphone aus. Als er es zu einer Linie zusammenschiebt, klingelt das Telefon. Seelenruhig rollt er einen Geldschein zu einem Röhrchen, zieht sich das Kokain vom blinkenden Display in die Nase und nimmt dann den Anruf an.
  2. Der amerikanische Star Logan Lerman (26) wurde vor allem von sehr jungen Fans erwartet, er spielt ja die Titelrolle in der Verfilmung der Jugendbuch-Reihe "Percy Jackson". Sie lauerten am Hintereingang des Hyatt Hotels, und ein Mädchen hatte die DVD seines Films "Vielleicht lieber morgen" zum Signieren  mitgebracht. Sie stand weit weg vom Geschehen, sie war ein bisschen schüchtern und traute sich nicht so recht. Lerman sah das wohl, hatte Mitleid, jedenfalls verließ er seinen Weg zum Hotel, kam auf sie zu und signierte die DVD. Das Mädchen freute sich jedoch nicht über das Autogramm: "Mist, silberner Stift. Das sieht man ja gar nicht."
  3. Schönster Spruch der Berlinale: Der Aufdruck auf der Bomberjacke einer Besucherin am Potsdamer Platz: "Be a warrior, not a worrier."
  4. In dem Film "L'avenir" trägt ein Schüler ein T-Shirt mit der Aufschrift "Serial Chiller".
  5. Die mutmaßlich spannendste Frage in einer der Berlinale-Pressekonferenzen wurde leider nie gestellt. Sie ging an Kirsten Dunst, und der polnische Journalist hob so an: "Ich schreibe zum Valentinstag einen Artikel über romantische Filmszenen. Da kommt auch die Kuss-Szene in Spiderman vor, und ich wollte wissen, ob Sie und Toby Maguire eigentlich noch…" Dann unterbrach ihn der Moderator mit dem Hinweis, es seien nur Fragen zum aktuellen Film "Midnight Special" erlaubt.
  6. Eigentlich wollte Festival-Chef Dieter Kosslick den Film "The Man Who Fell To Earth" im Friedrichstadtpalast auf Englisch ansagen. er bekam aber keinen geraden Satz in der Fremdsprache hin und reagierte auf das Gelächter des Publikums mit dem Kommentar: "Mein Englisch ist für Leute, die Deutsch verstehen."
  7. Daniel Brühl kann man seine Rolle als Polizist in Nazideutschland in dem Film "Jeder stirbt für sich allein" nicht so recht abnehmen. Sein Schnäuzer sieht einfach zu sehr nach "Magnum" aus.
  8. In dem Dokumentarfilm "Wer ist Oda Jaune?" über die Künstlerin und Witwe des Malers Jörg Immendorff erzählt die 36-Jährige ihr Lieblingsmärchen. Es ist wirklich sehr schön: Ein Prinz verliebt sich in eine Frau. Sie glaubt nicht, dass er sie liebt, und sie fordert, er solle ihr zum Beweis das Herz seiner Mutter bringen. Der Prinz liebt auch seine Mutter sehr, und er erzählt ihr von der Bitte der Frau. Die Mutter sagt, der Prinz solle ihr Herz nehmen, sie wolle, dass er glücklich sei. Da nimmt der Prinz das Herz der Mutter und rennt zu der Frau, aber er stolpert und fällt hin. Das am Boden liegende Herz fragt: "Ist Dir auch nichts passiert." Und dann ist das Märchen aus.

Alle Bilder zur Berlinale finden Sie hier.

Berlinale 2016: Deutsche Promis feiern auf der Blue Hour FOTO: dpa, sab
Quelle: RP
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