Auszeichnung für das Lebenswerk: Goldener Ehrenbär für Armin Mueller-Stahl
zuletzt aktualisiert: 18.02.2011 - 19:51Berlin (RPO). Goldener Ehrenbär für Armin Mueller-Stahl: Damit ehrten die Internationalen Filmfestspiele Berlin den 80-Jährigen für sein Lebenswerk. Am späten Freitagabend sollte der Schauspieler die Auszeichnung im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz überreicht bekommen. Im Anschluss sollte der Film "Music Box" von Costa-Gavras gezeigt werden, in dem Mueller-Stahl einen ungarischen Kriegsverbrecher spielt.
Auf den ersten Blick erscheint Mueller-Stahls Laufbahn als Traumkarriere: ein deutscher Schauspieler, dem der Sprung nach Hollywood glückte. Tatsächlich aber war sein Lebensweg ein brüchiger. 1930 im ostpreußischen Tilsit geboren, begann er seine Karriere in den fünfziger Jahren in der DDR, und schnell wurde er dort zum Star.
Er spielte unter der Regie von Frank Beyer in Filmen wie "Nackt unter Wölfen" (1963) und "Jakob der Lügner" (1974). Im Zusammenhang mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns verließ er 1979 die DDR. Im Westen knüpfte er nahtlos an seine früheren Erfolge an. Er wurde mit Filmen wie "Lola" (1981) von Rainer Werner Fassbinder international bekannt.
Als ein Angebot aus den USA kam, griff er zu. Der künstlerische Durchbruch dort gelang ihm mit "Music Box" (1989) und "Avalon" (1990).
Mehrfach zu Gast auf der Berlinale
In seiner mehr als 50-jährigen Laufbahn arbeitete der Schauspieler mit Regisseuren wie Andrzej Wajda, Jim Jarmusch und Steven Soderbergh zusammen. Für seine Rolle in "Shine" von Scott Hicks erhielt er 1996 eine Oscar-Nominierung. Auf der Leinwand war er zuletzt in der Bestseller-Verfilmung "Illuminati" (2009) von Ron Howard zu sehen.
Mueller-Stahl war mehrfach zu Gast bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin: 1992 wurde er für seine Rolle in "Utz" von George Sluizer mit dem Silbernen Bären, 1997 mit der Berlinale Kamera geehrt. 2006 war er Mitglied der Internationalen Jury, 2009 war er mit dem Eröffnungsfilm "The International" von Tom Tykwer zu Gast im Wettbewerb.
Leidenschaftlicher Maler
In den vergangenen Jahren widmete sich Mueller-Stahl verstärkt der Malerei und der Musik. Seit 2001 präsentiert er seine Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen. Der ausgebildete Musikwissenschaftler und Geigenspieler veröffentlichte kürzlich seine Debüt-CD "Es gibt Tage?" mit Liedern, die vor mehr als 45 Jahren in der DDR entstanden.
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin organisieren seit 1982 regelmäßig Hommage-Programme für herausragende Einzelpersönlichkeiten des Films. 2010 war die Hommage Wolfgang Kohlhaase und Hanna Schygulla gewidmet.
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