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panorama berlinale miranda july DAPD 2011
  Foto: dapd, dapd
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Leicht verrückter Berlinale-Auftritt: Im Zauberreich der Miranda July

VON PHILIPP HOLSTEIN - zuletzt aktualisiert: 16.02.2011 - 20:29

Berlin (RP). Manchmal sind die Auftritte der Stars bei der Berlinale bemerkenswerter als ihre Filme, und im Falle der amerikanischen Regisseurin, Schauspielerin und Autorin Miranda July war das mal wieder so.

Die 37-Jährige betrat den Raum in petrolfarbener Strumpfhose, schwarzem Minirock, roter Bluse und hellbraunen Klunschen mit Keilabsatz, und das passt eigentlich alles nicht zusammen, bei ihr aber schon, weil sie so lässig ist und sicher. Miranda July sieht man und denkt: Gemeinsam können wir die Erderwärmung stoppen.

Sie ist eines dieser amerikanischen Multitalente Mitte 30, sie hat eine Zauberwelt erschaffen, eine Erlebniswelt aus Performances, Filmen und Geschichten, und wer abtauchen will ins July-Land, sollte ihre Kurzgeschichten "Zehn Wahrheiten" lesen oder bei Youtube nach dem Video-Clip "Top Ranking" der Band Blonde Redhead suche – darin tanzt sie, so lässig und sicher.

Am Potsdamer Platz schickte sie nun ihren Film "The Future" in den Wettbewerb, sie schrieb das Drehbuch, führte Regie und spielt die Hauptrolle, aber die Produktion ist doch eine sanfte Enttäuschung.

"Ich setz mich nur anders hin"

Es geht um ein Paar in Los Angeles, es sitzt auf dem Sofa, jeder vor seinem Laptop, und als er sich bewegt, sagt sie: "Bring mir ein Glas Wasser mit." Darauf er: "Ich steh nicht auf, ich setz mich nur anders hin." Und dann schauen sie wieder auf die Monitore.

Die beiden wollen eine Katze aus dem Tierheim aufnehmen, sie müssen einen Monat darauf warten, und diese 30 Tage dokumentiert der Film. Am Anfang ist das komisch, sympathisch plemplem, zumal die Liebesgeschichte aus Sicht der Katze erzählt wird. Aber bald suppt der Film weg, die Hauptfiguren werden einem egal. Was bleibt, sind die warmen, unheimlich schönen Bilder von Kameramann Nikolai von Graevenitz.

July sagt, sie wollte auf neue Weise von der Sehnsucht erzählen, und man denkt an den Dialog gegen Ende des Films und ist versöhnt, denn allein deswegen hat sich der Kinobesuch gelohnt. Sie: "Und jetzt?" – Er: "Jetzt haben wir Sex. Danach isst du Eis, siehst fern, und ich schaue dir dabei zu." – Sie: "Haben wir wirklich Eis im Haus?"


 
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