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Preisverleihung bei der Berlinale: Iranischer Film erhält Goldenen Bären

zuletzt aktualisiert: 19.02.2011 - 20:16

Berlin (RPO). Der iranische Film "Nader und Simin, eine Trennung" ist der große Gewinner der 61. Berlinale. Das Drama von Regisseur Asghar Farhadi wurde am Samstagabend bei der Preisgala mit dem Goldenen Bären als bester Film ausgezeichnet.

 Foto: dapd, dapd
Foto: dapd, dapd

Insgesamt 16 Filme waren im Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. "Nader und Simin, eine Trennung" galt bei den Kritikern als Favorit. Der deutsche Film "Wer wenn nicht wir" von Andres Veiel erhielt bei der Gala im Berlinale Palast den Alfred-Bauer-Preis. Die Auszeichnung geht an einen Spielfilm, der neue Perspektiven der Filmkunst eröffnet.

Der ungarische Regisseur Bela Tarr bekam für sein Endzeitdrama "Das Turiner Pferd", das als Mitfavorit gehandelt wurde, den Großen Preis der Jury und damit ebenfalls einen Silbernen Bären.  Darin geht es um das Leben einer Kutscherfamilie Ende des 19. Jahrhunderts geht.

Farhadis spannendes Psychodrama schildert eindrucksvoll das Schicksal eines Ehepaars, das mit seiner Tochter das Land verlassen will. Der Mann sagt dann jedoch die Reise ab, weil er seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht verlassen will. Die Frau reicht daraufhin die Scheidung ein, sie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Farhadi war bereits vor zwei Jahren für "Alles über Elly" mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet worden.

Regisseur überrascht

Farhadi sagte, er hätte zwar mit den Auszeichnungen für die Schauspieler gerechnet. "Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Preis gewinnen würde", betonte er. Zugleich erinnerte er an den verurteilten iranischen Regiekollegen Jafar Panahi. Er wünsche sich, dass dieser nächstes Jahr hier stehen werde, sagte Farhadi auf der Bühne des Berlinale Palastes.

Das iranische Filmschaffen stand in diesem Jahr im Fokus der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Die Festspiele hatten den Filmemacher Panahi, der 2006 mit dem Film "Offside" einen Silbernen Bären gewonnen hatte, als Juror eingeladen. Kurz darauf war er zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt worden. Um die öffentliche Aufmerksamkeit auf das nicht anwesende Jury-Mitglied zu lenken, wurde während des Festivals ein Juryplatz für ihn freigehalten. Außerdem wurde in mehreren Sektionen jeweils ein Film des Regisseurs präsentiert.

Bei der Berlinale standen in diesem Jahr insgesamt 385 Filme auf dem Programm. Die am 10. Februar gestarteten Filmfestspiele, die als weltweit größtes Publikumsfestival gelten, gehen am Sonntag mit einem Kinotag für das Publikum zu Ende. Nach Angaben der Berlinale wurden wie im Vorjahr rund 300.000 Eintrittskarten verkauft.

Auch Silberner Bär für Schauspieler

Die Schauspieler des iranischen Films "Nader und Simin, eine Trennung" sind am Samstagabend ebenfalls ausgezeichnet worden. Das weibliche und das männliche Ensemble des Dramas erhielten jeweils einen Silbernen Bären für die beste Schauspielleistung. Der deutsche Regisseur Ulrich Köhler wurde für seinen Film "Schlafkrankheit" mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie geehrt.

Der deutsche Regisseur Ulrich Köhler wurde für seinen Film "Schlafkrankheit" mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie geehrt. In der deutsch-französisch-niederländischen Koproduktion geht es um einen deutschen Entwicklungshelfer (Pierre Bokma) in Kamerun, der ein Projekt zur Bekämpfung der Schlafkrankheit leitet. Er muss sich zwischen Afrika und seiner Familie entscheiden, denn seine Frau (Jenny Schily) leidet unter der Trennung von der Tochter, die in Deutschland auf ein Internat geht - und will in die Heimat zurückkehren.

Der Silberne Bär für das beste Drehbuch ging an den Film "The Forgiveness of Blood" von US-Regisseur Joshua Marston, der von einer Blutfehde in Albanien handelt. Den Goldenen Bären für den besten Kurzfilm erhielt das koreanische Werk "Paranmanjang" ("Nachtangeln").

Der deutsche Film "Wer wenn nicht wir" von Andres Veiel erhielt bei der Gala im Berlinale Palast den Alfred-Bauer-Preis. Die Auszeichnung geht an einen Spielfilm, der neue Perspektiven der Filmkunst eröffnet.

Quelle: AFP/dapd/das

 
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