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Besuch auf der Berlinale: Warum mich "Submarine" begeistert

VON PHILIPP HOLSTEIN - zuletzt aktualisiert: 14.02.2011 - 20:23

Berlin (RPO). Der Tag begann mit einer Katastrophe. Der Film "An einem Samstag" erzählt von der Explosion des Reaktors in Tschernobyl, und eigentlich ist das ein guter Stoff für das Kino, aber leider ist der Film kaum zu ertragen. Eine Wackelkamera folgt dem Hauptdarsteller, der durch seine Parteiverbindungen früh von dem Unglück erfährt.

Unser Redakteur Philipp Holstein berichtet aktuell von den Geschehnissen auf der Berlinale.  Foto: RPO
Unser Redakteur Philipp Holstein berichtet aktuell von den Geschehnissen auf der Berlinale. Foto: RPO

Er kämpft zunächst mit einem Bonzen im Graphitstaub vor dem Kraftwerk, dann sucht er seine Freundin, sie wollen fliehen, aber er geht erstmals mit ihr Schuhe kaufen, dann feiern sie die Hochzeit eines Freundes, und damit keine Strahlung reinkommt, schließen sie die Fenster.

Es wird entweder hysterisch gelacht in diesem Film oder chronisch gehustet, und dazu knistert es pseudo-bedrohlich aus dem Geiger-Zähler. Irgendwann sagt jemand, dass er so einen Geschmack im Mund hat, "schmeckt nach Batterie", aber da haben die meisten das Kino bereits verlassen. Das Video zum Ultravox-Song "Dancing With Tears In My Eyes" hatte dasselbe Thema, es hat mich stärker berührt.

Gestern Abend einer meiner Berlinale-Höhepunkte: der Film "Submarine" mit Sally Hawkins. Eine Coming-Of-Age-Geschichte, das können ja nur die Briten. Ein junger Kerl in Dufflecoat verliebt sich, und die Story beginnt, wie solche Geschichte begonnen, wenn sie gut gemacht sind: "My Name Is Oliver Tate".

Natürlich geht es nicht gut aus, obwohl Oliver alles sehr gut arrangiert. Als die Eltern ins Kino gehen, verführt er das Mädchen, und danach übergibt er ihr drei Bücher: "Alles Werke, die mir wichtig sind: Nietzsche, Shakespeare und Der Fänger im Roggen." - "Warum gibt’s du mir die?" - "Ich dachte, es wäre gut, Gemeinsamkeiten zu haben. Jetzt, da wir Sex hatten." Am Ende bringt der Postbote die Bücher zurück.

Da legt Oliver die Cassette ein, die ihm der Vater gab, als Oliver erzählte, dass er verliebt ist. Auf der einen Seite Songs, die die Hochstimmung verstärken sollen, auf Seite B Lieder für die Zeit nach der Trennung. Oliver wählt die zweite Seite, klar. So ein schöner Film.

Am Wochenende sah ich in der "Bar Tausend" am Bahnhof Friedrichstrasse Juergen Trittin. Er trug einen guten Anzug und statt eines Hemdes einen V-Pulli. Er fühlte sich offensichtlich sehr wohl, ging dann aber früh.

Zur selben Zeit soll Madonna im Hilton-Hotel-Keller am Gendarmenmarkt gefeiert haben, mit ihrem Brahim Zölibat. Sie ist in Berlin, um ein paar Minuten ihres neuen Films "W. E." vorzustellen. Sie hielt lange durch, bis um drei, schreibt die "B. Z.", und was ich sehr schön finde: Al der DJ Madonna erkannte, legte er "Holiday" auf.


 
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