Schauspieler verabscheut Rache: Brad Pitt kritisiert Intervention in Irak
zuletzt aktualisiert: 20.04.2004 - 12:25Hamburg (rpo). In einem Interview über seine Rolle im Film "Troja" hat Brad Pitt die Irak-Politik der USA kritisiert. "Ich denke, wir sollten vorsichtiger sein. Eine Menge Leute glauben, man kann einfach ein anderes Land an sich reißen und seinen Willen durchsetzen", sagte der 40-jährige Hollywood-Star.
"Achilles hat einen Verlust zu beklagen, und da er nicht weiß, wie er damit umgehen soll, sucht er sich jemanden, den er verantwortlich machen kann", erklärte der Schauspieler im Interview mit der Filmzeitschrift "Cinema" über seine Darstellung des griechischen Halbgotts Achilles. Dieser führt sein Volk in den Krieg gegen Troja. Wolfgang Petersens Film "Troja" kommt am 13. Mai in die Kinos.
"Die Menschen lieben solche Geschichten, aber sie funktionieren nicht." Er selbst verabscheue Rache. Sie führe zu einem Gefühl der Leere und lindere die Trauer nicht im Geringsten. "Das habe ich versucht, deutlich zu machen, sagte Pitt.
An der Rolle habe ihn interessiert, dass Achilles auf Grund von Erfahrungen handele und seinen eigenen moralischen Richtlinien folge. "Achilles ist nicht geformt durch Lehren oder Glauben, sondern allein durch seine Erlebnisse. Er macht Fehler, tut schreckliche Dinge, doch das formt ihn und macht ihn überlegen", erklärte Brad Pitt. "Diese Eigenschaft hat mich angezogen."
Für ihn stellt der Film vom Arbeitsumfang und Maßstab her das "dickste Ding" dar, an dem er je beteiligt war. Neben einem intensiven Fitness-Programm musste er das Rauchen aufgeben, um der extremen körperlichen Belastung standzuhalten. Am Anfang habe er die Zigaretten schwer vermisst, sagte Brad Pitt. "Der Entzug war so hart, dass ich durchaus Mordlust verspürte, was meiner Rolle sehr zugute kam." Mittlerweile sei er froh darüber, "denn diese Dinger haben versucht, mich umzubringen."
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