Britischer Filmpreis: "Brokeback Mountain" räumt in London ab
zuletzt aktualisiert: 19.02.2006 - 22:09London (rpo). Nach den Golden Globes in Los Angeles hat das Liebesdrama "Brokeback Mountain" auch bei den britischen Filmpreisen abgeräumt: Die Cowboy-Romanze wurde am Sonntagabend mit vier der so genannten BAFTA-Awards ausgezeichnet.
"Brobeback Mountain" gewann den Preis als bester Film, für die beste Regie (Ang Lee), den besten Nebendarsteller und das beste adaptierte Drehbuch. Damit gilt das schwule Liebesdrama als eindeutiger Favorit bei der Oscar-Verleihung in zwei Wochen in Los Angeles.
Der Thriller "Der ewige Gärtner", der mit insgesamt zehn Nominierungen ins Rennen gegangen war, erhielt dagegen nur einen Award für den besten Schnitt. Die Verfilmung eines Romans von John Le Carre musste sich unter anderem in der Kategorie bester britischer Film geschlagen geben, hier wurde der Zeichentrickfilm "Wallace and Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen" ausgezeichnet.
Als bester Schauspieler wurde Philip Seymour Hoffman für seine Darstellung des Schriftsteller Truman Capote in "Capote" geehrt. Bei den Frauen konnte sich Reese Witherspoon mit ihrer Rolle als June Carter in "Walk the Line" unter anderem gegen Judi Dench und Charlize Theron durchsetzen.
Der Preis für den besten Nebendarsteller ging an Jake Gyllenhaal ("Brokeback Mountain"), der für die beste Nebendarstellerin an Thandie Newton für ihre Rolle in dem Film "Crash", der das Verhältnis von Schwarzen und Weißen im heutigen Los Angeles beschreibt. "Crash" war insgesamt neun Mal nominiert und erhielt außerdem den Preis für das beste Drehbuch.
"Memoiren einer Geisha" konnte drei Preise einheimsen, darunter für die beste Musik und die besten Kostüme. Als bester nicht-englischsprachiger Film wurde "De Battre Mon Coeur S'est Arrete" ausgezeichnet.
Stars wie Theron, Gyllenhaal, George Clooney, Matt Dillon und Heath Ledger brachten einen Hauch Hollywood auf den roten Teppich des Londoner Leicester Square, wo sich bei strömendem Regen hunderte Schaulustige eingefunden hatten. Clooney musste trotz dreier Nominierungen für die Filme "Good Night, and Good Luck" und "Syriana" mit leeren Händen nach Hause gehen. Er zeigte sich dennoch zufrieden damit, dass politisches Kino wieder Erfolg habe: "Seit Watergate haben wird in unserem Land nicht mehr über Politik oder irgendetwas Interessantes gesprochen", sagte Clooney. Jetzt könne man sogar in Cafés nichts anderes mehr hören. "Das ist gut."
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