Kino-Comeback: Bud Spencer - eine Legende ist zurück
VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 26.02.2009 - 09:25Düsseldorf (RPO). Bud Spencer kommt mit 79 Jahren zurück auf die Kino-Leinwand. Berühmt wurde der große Italiener mit dem markanten Vollbart durch seine Klamauk-Filme in den 70er und 80er Jahren an der Seite von Terence Hill. Danach tauchte er ab. Jetzt ist er in der deutschen Mafia-Komödie "Mord ist mein Geschäft, Liebling" mit Nora Tschirner zu sehen.
Bud Spencers Filme besitzen Kult-Charakter. Noch heute laufen die Streifen an den Wochenenden im TV und begeistern seine zahlreichen, meist männlichen Fans, die die Film-Dialoge noch heute mitsprechen können. Der Durchbruch gelang Carlo Pedersoli - so sein bürgerlicher Name - 1969 mit der Western-Komödie "Die rechte und die linke Hand des Teufels".
Der Startschuss für ein neues Film-Genre. "Hau-Drauf-Komödien" wie "Vier Fäuste für ein Halleluja", "Das Krokodil und sein Nilpferd" oder "Sie nannten ihn Mücke" mit ihren witzigen Sprüchen und lustig inszenierten Schlägereien machten ihn weltberühmt. Berüchtigt sind hierbei die "beidhändige Doppelbackpfeife" und der senkrechte Schlag mit der Faust auf den Kopf (auch bekannt als "Fünf-Sekunden-Narkose-Hammer"), mit denen Bud Spencer seine Gegner regelmäßig Sterne sehen ließ.
Seinen englischen Künstlernamen erfand Pedersoli ohne großen Aufwand. "Ich hatte eine Flasche Budweiser-Bier – mein Lieblingsbier – vor mir. Und Spencer Tracy war immer mein Lieblingsschauspieler, also war meine Wahl ganz einfach", erklärt er unumwunden. Schnörkellos wie die von ihm verkörperten Charaktere.
Seine Biografie abseits der Film-Karriere ist ebenfalls außergewöhnlich. Geboren als Industriellen-Sohn in Neapel, entdeckt der kleine Carlo seine Liebe zum Schwimmsport. Nach seinem Abitur in Rom beginnt er ein Chemie-Studium in der Hauptstadt, doch die Familie wandert nach Südamerika aus und er bricht das Studium ab. Bis zu seiner Rückkehr nach Italien schlägt er sich als Fließbandarbeiter in Rio de Janeiro, Bibliothekar in Buenos Aires und Sekretär in der italienischen Botschaft in Uruguay durch.
Zweimaliger Olympia-Teilnehmer
Er nimmt in Rom das Jurastudium auf, konzentriert sich aber hauptsächlich auf das Schwimmen und wird prompt italienischer Meister im Brust- und Freistilschwimmen. Sieben Mal in Folge wird er nationaler Champion. 1952 und 1956 nimmt er sogar an den Olympischen Sommerspielen in Helsinki und Melbourne teil, bleibt aber ohne Medaille. Im Alter von 27 Jahren beendet er seine sportliche Laufbahn und widmet sich mit ersten Nebenrollen der Schauspielerei. Er macht zudem noch seinen Abschluss in Jura und promoviert sogar.
Inspiriert durch einige seiner Filme entdeckt Pedersoli seine Leidenschaft für die Fliegerei und macht 1975 seinen Helikopter-Pilotenschein und 1977 seinen Flugzeug-Pilotenschein. 1981 gründet er die Fluggesellschaft Mistral Air, die er später wieder verkaufte.
In den 90er Jahren wird es dann ruhig um ihn. Spencer nimmt kleinere, teilweise auch ernste Rollen an. Er widmet sich wieder anderen Beschäftigungen. So nimmt er eine CD mit neapolitanischen Liedern auf und kandidiert 2005 bei den italienischen Regionalwahlen, erhält aber nicht genug Stimmen.
Rückkehr aus Geldnot
Und jetzt das Comeback auf der Kino-Leinwand. An der Seite von deutschen Film- und Comedygrößen wie Nora Tschirner und Rick Kavanian spielt Spencer in "Mord ist mein Geschäft, Liebling" (Kinostart am 26. Februar) einen blinden Mafia-Paten, der einem Auftragskiller mit Liebeskummer den einen oder anderen väterlichen Rat gibt.
Der traurige Grund für das Comeback: der Schauspieler kann sich den Ruhestand nicht leisten. "Ich hatte eine Reihe von privaten Problemen, die mich in finanzielle Schwierigkeiten gebracht haben", sagte er der Illustrierten "Bunte". Seine Filmerfolge in den 70er und 80er Jahren hätten viel Geld eingespielt, davon sei aber nichts mehr übrig. Daher müsse er weiter vor der Kamera stehen. Seine Fans wird es freuen, ihn wiederzusehen.
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