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62. Filmfestspiele von Venedig
Calistas Comeback: Sie nimmt Kontakt zum Jenseits auf

62. Filmfestspiele von Venedig: Calistas Comeback: Sie nimmt Kontakt zum Jenseits auf
Calista Flockhart spielt in dem Horrorfilm "Fragile" eine Krankenschwester. FOTO: AFP, AFP
Venedig (rpo). Als rehäugige Anwältin in Dauer-Liebesnöten bezauberte "Ally McBeal"-Star Calista Flockhart Fans auf der ganzen Welt. Seit dem Ende des Serienhits war es ruhiger um die zierliche Aktrice geworden – Schlagzeilen hatte sie allemal durch ihre Beziehung mit Harrison Ford gemacht. Auf dem Filmfest in Venedig überraschte Flockhart nun mit ihrem neuen Film "Fragile" – einer unheimlichen Schreckensmär von Jaume Balagueró. Von Dörte Langwald

Calista in Nöten: Als psychisch angeknackste Krankenschwester bekommt sie es mit einem wütenden Wesen aus der Schattenwelt zu tun. Es ist Flockharts erster größerer Film seit dem Ende von "Ally McBeal". Warum sie sich für ihr Leinwand-Comeback ausgerechnet einen Horrorstreifen ausgesucht hat? "Das Drehbuch hat mich einfach überzeugt", erklärte Flockhart. "Der Film handelt von ganz normalen Menschen, die plötzlich mit übernatürlichen Phänomenen konfrontiert werden. Erst durch dieses außergewöhnliche Erlebnis findet meine Filmfigur zurück ins Leben."

"Fragile" fährt sämtliche Schockeffekte auf, die einen echten Gänsehaut-Thriller ausmachen. Das Setting: Ein baufälliges Krankenhaus auf einer einsamen Insel, mit finsteren Gängen und einer knarzenden Fahrstuhlanlage. Längst hätte das morsche Gemäuer geräumt werden sollen. Das verrottete Obergeschoss ist schon seit Jahren geschlossen, nur im Erdgeschoss wartet eine kleine Gruppe von Ärzten, Schwestern und kindlichen Patienten auf die Evakuierung. Neuankömmling Amy (Calista Flockhart), eine Krankenschwester mit traumatischer Vergangenheit, merkt schnell, dass in dem Hospital merkwürdige Dinge vor sich gehen. Unheimliche Geräusche dringen aus dem abgesperrten 2. Stock, und auf der Kinderstation ereignen sich immer wieder nächtliche Unfälle. Amy geht dem Grauen auf die Spur – und stößt dabei auf ein schreckliches Geheimnis.

Regisseur Jaume Balagueró spielt die Klaviatur des Schreckens mit sichtlichem Vergnügen. Bereits mit seinem vorergehenden Film, "Darkness" (mit Lena Olin und Anna Paquin) hatte der Spanier einen Achtungserfolg gelandet. In seinen Filmen verarbeitet Balagueró immer wieder persönliche Erfahrungen und Ängste – so auch bei "Fragile": Als kleiner Junge hatte er sechs Monate in einem Krankenhaus verbracht und im Laufe seines Aufenthaltes eine düstere Geschichte über die Klinik erfahren. Jahre später hatte er zudem ein Erlebnis, das ihm bis heute Rätsel aufgibt: "Etwas sehr Seltsames ereignete sich vor zehn Jahren. Es wäre zu persönlich, die Details zu verraten. Aber glauben Sie mir: Es war äußerst furchterregend. Ich glaube nicht an übernatürliche Phänomene. Trotzdem kann ich mir dieses Erlebnis nicht erklären", so Balagueró.

Für Flockhart gehört "Ally McBeal" der Vergangenheit an

Calista Flockhart erschien ihm die perfekte Besetzung für die zerbrechliche und doch sehr willensstarke Amy. "Calista gehört zu den Menschen, die man erst einmal knacken muss, um an ihr Innerstes zu kommen. Sie trägt ihre Gefühle nicht offen zur Schau. Genau diese Eigenschaft wollte ich für die Rolle der Amy", sagte Balagueró. Flockhart erklärte ihre Figur so: "Sie ist verletzlich, weil ihr etwas Schlimmes zugestoßen ist. Diesen Aspekt fand ich sehr interessant, weil wir normalerweise von Ärzten und Krankenschwestern erwarten, dass sie immer stark und perfekt sind."

Eine direkte Verbindung zwischen Ally McBeal und der empfindsamen Amy wollte Flockhart aber nicht sehen. "Ich wähle meine Rollen nicht nach feministischen Kriterien aus, sondern suche einfach nur Figuren, die mich interessieren." Dass ihr das Image der berühmten Serienrolle noch immer anhängt, bestritt Flockhart ebenso: "Ich habe seit 'Ally McBeal' viele andere Dinge gemacht und fühle mich nicht an die Rolle gebunden. Was das Publikum denkt, kann ich natürlich nicht beeinflussen, aber für mich ist Ally Vergangenheit."

Zu ihrem Lebensgefährten Harrison Ford äußerte sich die Schauspielerin nicht. Eine kleine Anspielung ließ sie sich dennoch nicht nehmen: Auf die Frage, ob Flockhart zum ersten Mal in Venedig sei, antwortete sie: "Nein, ich war bereits einmal hier. Bei der Premiere von Harrison Fords Film über den 11. September."

(rpo)
 
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