Tarantinos "Death Proof" feiert Premiere: Cannes zwischen Horrorschocker und hübschen Damen
VON MARITA INGENHOVEN - zuletzt aktualisiert: 23.05.2007 - 13:06Cannes (RPO). Einer der großen Favoriten für die Goldene Palme hatte am Abend in Cannes seinen ersten Auftritt: Regisseur Quentin Tarantino schockte die Festivalprominenz mit seinem neuen Horrorfilm "Death Proof". Zunächst sorgten allerdings knapp bekleidete Schönheiten auf dem Roten Teppich für Aufsehen.
Die Filmhandlung von "Death Proof" könnte brutaler kaum sein: Drei Freundinnen feiern ausgelassen in ihrer Lieblingskneipe, als ein vernarbter Mann an ihren Tisch tritt. Jener "Mike", gespielt von Hollywood-Haudegen Kurt Russell, wirkt zunächst sympathisch, erweist sich jedoch recht bald als Psychopath. Der Stuntman lockt die arglose Pam (Rose McGowan) in sein Auto und fährt sie und die anderen Girls mit einem Frontalcrash zu Tode. Als er dieses Spiel bei einem anderen Trio (Zoe Bell, Tracie Thoms und Rosario Dawson) wiederholen will, trifft er allerdings unerwartet auf Widerstand...
Quentin Tarantino bleibt seiner Liebe für Geschichten treu, in denen starke Frauen in unglaublich brutale Situationen geraten. Und wie schon in seiner Martial Arts-Hommage "Kill Bill" hat der Filmfreak auch die Hauptrollen von "Death Proof" fast ausschließlich an Schauspielerinnen vergeben. Dieser Umstand sorgte in Cannes natürlich für eine gehörige Portion Erotik auf dem Roten Teppich: Dürftig bekleidete Models wie Caprice Bourret und Hofit Golan sonnten sich im Blitzlichtgewitter, die Darstellerinnen Rosario Dawson, Tracie Thoms, Rose McGowan und Zoe Bell stahlen sich mit aufregenden Kleidern und strahlenden Augen gegenseitig die Show. Da dürfte sich Quentin Tarantino ganz schön wohl gefühlt haben als Hahn im Korb - Psychopaten-Darsteller Kurt Russell wich nämlich seiner Frau Goldie Hawn nicht von der Seite.
Nun bleibt es spannend, ob Tarantino nach seinem Cannes-Triumph von 1994 mit "Pulp Fiction" abermals bei der Vergabe der Goldenen Palme ein Wörtchen mitreden kann. Nicht alle Kritiker schätzen seinen typischen Mix aus lässigen Dialogen, brachialer Gewalt und skurrilen Ideen. Und die Konkurrenz im 60. Jubiläumsjahr ist mehr als hart: Palme-Sieger Gus Van Sant und Emir Kusturica sind mit ihren neuen Filmen ebenfalls im Wettbewerb vertreten, am Mittwochabend zeigt außerdem der Deutsche Fatih Akin, der 2004 mit "Gegen die Wand" bei der Berlinale den Goldenen Bären gewann, sein neues Werk "Auf der anderen Seite".
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