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Gala in Cannes
Monica Bellucci eröffnet Filmfestspiele mit Hollywood-Kuss

Cannes-Filmfestival 2017: Monica Bellucci mit wilder Kuss-Szene
Während der Eröffnungszeremonie küsste Gastgeberin Monica Bellucci ihren Kollegen Alex Lutz auf der Bühne. FOTO: rtr, SM/SAA/
Cannes. Gleich am ersten Abend drängelten sich die Stars auf dem roten Teppich des Filmfestivals von Cannes. Preisgekrönte Schauspieler aus der ganzen Welt feiern in diesen Tagen eines der wichtigsten Branchenereignisse des Jahres. Der erste Abend begann leidenschaftlich. 

Es ist ein ungewohntes Bild am Prachtboulevard von Cannes. Direkt vor dem Palais des Festivals, dem Herzen der Filmfestspiele, stehen Metalldetektoren. Fast wie am Flughafen, aber nur wenige Schritte vom roten Teppich entfernt, über den unzählige Stars in eleganter Abendgarderobe flanieren. Der Anblick ist ungewohnt, aber angesichts der angespannten Sicherheitslage in Frankreich nicht wirklich überraschend. Wer es zum Auftakt des 70. Filmfests am Mittwoch aber durch dieses Nadelöhr geschafft hatte, konnte sich im Kinosaal wieder auf das Wesentliche konzentrieren: die Filme.

Gastgeberin des ersten Abends war Schauspielerin Monica Bellucci, die während der Eröffnungszeremonie direkt für Furore sorgte. Auf der Bühne küsste sie ihren Co-Gastgeber Alex Lutz, einen französischen Comedian. Die Hollywood-reife Szene hätte ebenso gut aus einem Liebesfilm stammen können. 

Glanz auf dem roten Teppich zur Cannes-Eröffnung FOTO: afp

Zur Eröffnung wurde am Abend "Les Fantômes d'Ismaël" (Ismaels Geister) gezeigt. Prominent besetzt mit Charlotte Gainsbourg, Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard und "Bond"-Bösewicht Mathieu Amalric brachte das Werk dem Festival auch gleich die erhoffte Stardosis. Die Fotografen freuten sich über den Trubel am roten Teppich unter strahlend blauem Himmel. Zu sehen waren zwischen vielen anderen Lily-Rose Depp, Robin Wright, Susan Sarandon, Julianne Moore und Bella Hadid.

Kritiker, die das eher zähe Liebesdrama schon vorher gesehen hatten, waren weniger begeistert. In dem Auftakt-Film geht es um Filmregisseur Ismael (Amalric), der gerade einen Spionage-Thriller dreht, als seine vor über 20 Jahren verschwundene Ehefrau Carlotta (Cotillard) plötzlich wieder auftaucht. Der Stoff ist dramatisch, doch die Geschichte wirkt seltsam leblos. Es kommt zwar zu den erwartbaren Spannungen, gerade auch mit Ismaels derzeitiger Freundin Sylvia (Gainsbourg). Doch Regisseur Arnaud Desplechin erzählt seine Geschichte mit so vielen verschiedenen Handlungssträngen, dass sie zerfasert und einen trotz der Tragik der Dreiecksbeziehung kalt lässt.

Maren Ade in der Jury

Die Stars wurden dann auch nur mit äußerst spärlichem Applaus begrüßt, als sie sich bei der Pressekonferenz am Nachmittag den Fragen der Journalisten stellten. Eine Chance auf einen der Hauptpreise am 28. Mai hat "Ismael's Ghosts", so der englische Titel, aber sowieso nicht: Das Werk läuft außer Konkurrenz. Im Wettbewerb stehen in den nächsten Tagen 19 andere Filme auf dem Programm.

Wer tatsächlich die Hauptpreise gewinnt, wird die neunköpfige Jury um den spanischen Regisseur Pedro Almodóvar (67) entscheiden. "Wir werden jeden Film für sich betrachten", kündigte der Oscar-Preisträger ("Alles über meine Mutter", "Sprich mit ihr") an. Auch die US-Schauspielerin Jessica Chastain, die neben Filmschaffenden wie Will Smith und der Deutschen Maren Ade ("Toni Erdmann") ebenfalls zur Jury gehört und am Abend in Abendgarderobe über den roten Teppich schritt, versicherte, sie wolle sich jedem Beitrag aufgeschlossen und mit offenem Herzen nähern.

Ist Netflix Kino?

Mit einem Konflikt aber scheinen die Festspiele schon jetzt konfrontiert: Im Wettbewerb laufen zwei Filme, die vom Streamingdienst Netflix produziert wurden und wahrscheinlich nicht wie andere Beiträge in die Kinos zahlreicher Länder kommen, sondern vor allem bei Netflix zu sehen sein werden. Das wurde im Vorfeld bereits heftig kritisiert.

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"Ich sage nicht, dass ich nicht offen für neue Technologien bin", sagte auch Jurychef Almodóvar in einem leidenschaftlichen Appell für das Kino. Er persönlich fände es aber nicht gut, wenn ein Film in Cannes die Goldene Palme gewänne, der später nicht auf der großen Kinoleinwand zu sehen sei.

(mro/juju/dpa)
 
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